Mittwoch, 17. Januar 2018

Dreamteam: Weihnachtskleid mit Heldin und Workshopankündigung


Meine beiden Weihnachtskleider entstanden beide nach einem Schnitt, den ich auf einem Schnittkonstruktionskurs bei Peggy Morgenstern erstellt hatte. Das graue Kleid ist ärmellos und aus einem Woll-Seiden-Tweed, Einzelheiten habe ich hier beschrieben.
Dieses Kleid, genannt Stiefmütterchenkleid, habe ich hier beschrieben, ein Kleid aus Viskosecrepe mit etwas zu großem Ausschnitt, das durch einen Loopschal aber doch wintertauglich gemacht wurde.
Ich habe vor Weihnachten auch zwei Heldinnentaschen genäht, nach dem genialen Schnittmuster von Crafteln. Wie groß war meine Freude, als ich entdeckte, das jedes der beiden Kleider mit einer Tasche hervorragend zu kombinieren war!
Das graue, schlichte Kleid gewinnt durch die bunte Tasche etwas mehr Pep...

...und den verspielten Stiefmütterchen tut die Beruhigung mit einer einfarbigen Tasche ganz gut.
In beiden Kombinationen freue ich mich über die gute Paßform der Kleider und das durchdachte Design der Tasche. Ach , es ist doch einfach schön, wenn man selber nähen kann!
Am 14. und 15.2 findet übrigens bei Peggy Morgenstern im Atelier ein Tag der offenen Tür statt. Da gibt es ein spannendes Programm  mit Mini-Schnittkursen und Overlockkursen, außerdem werden die neuen Elna-Modelle vorgestellt. Einzelheiten über diese Tage sind hier zu finden.
Schade, daß für mich die Reise in die Lüneburger Heide für diese beiden Tage zu weit ist, aber vielleicht habe die Norddeutschen unter Euch Interesse an zwei interessanten Tagen?
verlinkt : Afterworksewing

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Mittwoch, 10. Januar 2018

Frau Fannie aus Nosh-Jacquard

Ich habe ja, was Farben geht, absolut meine Favoriten und verlasse meine Komfortzone, die aus blau-grau und bordeauxrot besteht, äußerst ungern. Andererseits gibt es auch immer mal wieder Farbkombinationen, die mich spontan ansprechen. So ging es mir bei diesem Jacquard aus dem Hause Nosh, der finnischen Biostoff-Firma. Es gab diesen Stoff auch noch in anderen Farbzusammenstellungen, aber in diesem Fall mußte dieser grün-rosafarbene sein.

Das Muster heißt Zoo, was wohl auch im Finnischen keine andere Bedeutung als bei  uns hat, und die Giraffen-Assoziation ist sicher gewollt.

Sonst bin ich ja mit der Übersetzung aus dem Finnischen vorsichtig. Auf der Original finnischen Seite von Nosh gibt es einen Menüpunkt Naiset, den ich für mich immer als Nähset übersetzt hatte und fast schon mal etwas bestellen wollte. Google Translator hat mir aber dann mitgeteilt, daß Naiset "Frauen " heißt, also hier gibt es einfach die fertig genähte Damenmode von Nosh zu kaufen- das ist dann doch nicht das, was ich wollte.

Ein auffälliger Stoff benötigt einen schlichten Schnitt, und so ist es eine Frau Fannie geworden, der Klassiker aus dem Hause  Fritzi Schnittreif. Frau Fannie ist ein einfacher Jersey- oder Sweatkleidschnitt mit etwas tiefer gelegter Taille, zwei schrägen Taschen und einer rückwärtigen Teilungsnaht im oberen Rückenteil.

Ich habe Größe S genäht und im Rückenteil auf der Taillenhöhe sowohl am Ober- als auch am Unterteil ca. 1.5 cm entfernt. Die Ärmel habe ich am Handgelenk um ca 1cm enger genäht. Das Bündchen am Halsausschnitt ist einfach die Rückseite des Stoffes.

Das Rockteil habe ich mit elastischem Futterstoff gefüttert, da ich das Kleid natürlich über Strumpfhosen anziehen will. Ich habe mir vorgenommen, jetzt auch die Kleidungsstücke aus dehnbaren Stoffen zu füttern, für mich ist ein Kleid dann einfach kompletter. Und ich finde es so umständlich, immer erst ein passendes Unterkleid zu einem Kleidungsstück rauszusuchen.

Das Taschenfutter ist übrigens ein Jerseyrest, auch dem ich auch schon ein Unterhöschen genäht habe. Jetzt trage ich also meine Unterwäsche passend zum Innenfutter meiner Kleidtasche.
Wie konnte ich früher eigentlich jemals das Haus verlassen, ohne meine Unterhose auf meine Kleidung abgestimmt zu haben? Unmöglich!
 Ich freue mich jedenfalls an diesen trüben Januartagen an diesem bunten Kleid. Auch wenn ich keine konkreten Näh-Vorsätze für 2018 habe, stelle ich mir schon vor, noch mehr Biostoffe als bisher zu vernähen. Das Tragegefühl dieses weichen Jacquards ist jedenfalls herrlich!
verlinkt: RUMS, ichnähbio ,
selbermachenmachtglücklich

Freitag, 5. Januar 2018

Liebling 2017



Eigentlich wollte ich diesen Memademittwoch ja schwänzen... das Thema sagte mir so gar nicht zu.
Lieblingsstück des Jahres 2017- was soll man da denn schreiben? Natürlich habe ich nur Lieblingsstücke genäht, abgesehen natürlich davon, daß ich 2017 eigentlich überhaupt nichts genäht habe, ich nichts anzuziehen habe und daher dringend etwas neues nähen müßte!
Aber ich gebe ja zu, ich habe genäht im letzten Jahr. Ich habe viel genäht, in Zahlen:
13 Oberteile, 12 Kleider, 3 Hosen, 3 Röcke, 1 Hosenrock und 1 Anorak. Bei den Zahlen hat mich ja doch die geringe Anzahl von Röcken überrascht, denn Röcke trage ich eigentlich gerne .
Das wäre also etwas, das ich in diesem Jahr angehen müßte- ich brauche dringend mehr Röcke!
Meine Kleider werden gerne getragen, manche mehr, manche weniger. Die ärmellosen Kleider habe ich dieses Jahr nicht so oft getragen, das war eine Frage des Wetters.

Wenn ich mich für einen Liebling entscheiden muß, fallen mir zwei Dinge ein:
zuerst meine genähten Jeans. Das sind wirklich die Teile, die ich dieses Jahr sehr, sehr oft getragen habe. Sie passen mir besser als alle gekauften Modelle, wurden strapaziert, häufig gewaschen und sind trotzdem noch ansehlich.
Ich habe zwei Modelle von Closet Case genäht, die Ginger und die Morgan Jeans, hier und hier habe ich ausführlich darüber geschrieben. Aber auch die Jeans von Waffle Pattern, die Pinda Jeans
habe ich gerne genäht und viel getragen. Dieser Jeansschnitt hat wenig Verbreitung in den Blogs gefunden, schade eigentlich, mir gefällt er immer noch gut. Hier geht es zum entsprechenden Blogbeitrag.

Also, meine drei genähten Jeans sind eindeutig meine Lieblinge des Jahres 2017. Es waren alles drei sehr gute Schnitte mit einer guten Anleitung, ich konnte das Nähen geniessen und das Produkt wird viel getragen.

Diese Kriterien treffen aber auch für meinen zweiten Liebling, den Kelly Anorak von Closet Case , zu, ich habe mein Modell hier beschrieben.
Hier war auch eine technische Herausforderung für mich dabei: würde ich es wirklich schaffen, alle Nahtzugaben mit einem Hongkong Finishing einzufassen? Ja, ich habe es geschafft, und so habe ich hier wirklich ein Kleidungsstück genäht, auf das ich unglaublich stolz bin.

Dafür läßt bei diesem Anorak die Alltagstauglichkeit etwas zu wünschen übrig, denn er ist weder wind-  noch wasserdicht. Aber er ist so wunderschön, also auch ein Liebling!
Ach ja, und meine selbstkonstruierten Kleider sind doch auch Lieblinge. Vor allem das türkisfarbene Leinenkleid gefällt mir gut, und ich freue mich schon auf den ersten warmen Tag,  an dem ich es wieder anziehen kann. Vielleicht schon im April? da gibt es doch oft schon warme Tage!

Und die vielen genähten Shirts trage ich auch gerne. Ich trage ja mittlerweile überwiegend memade, wenn auch nicht ausschliesslich. Es gibt wirklich Tage, an denen ich nur Kaufkleidung trage, das fällt mir dann aber irgenwann tagsüber auf...es ist nicht schlimm, aber ich denke dann immer, es wäre doch besser, wenn irgendetwas selbst gemacht wäre.
Neue Dimensionen erschliessen sich jetzt aber, nachdem ich mit dem Unterwäschenähvirus infiziert wurde. Der Unterhosenschnitt  "Nixie Briefs" von  Jennifer Lauren war die Einstiegsdroge:

Mit dem Schnitt Acacia von  Megan Nielsen könnte ich jetzt aber in die Massenproduktion gehen, der paßt mir noch besser und ist bequemer. Und mal einen BH nähen, das müßte doch zu schaffen sein!

Vielleicht wird der Liebling 2018 dann ein BH Schnitt?
Jetzt muß ich mich erst mal mit den veränderten Bedingungen des Memademittwoch arrangieren. Ich habe mich schon bei dem Gedanken ertappt, daß ich ja erst wieder in 4 Wochen bloggen "muß" und mir also viel Zeit zum Nähen und Blogschreiben lassen kann. Andererseits ist das erste Kleid für 2018 schon fertig und heute auch fotografiert, wäre doch schade, wenn das so lange ungebloggt auf der Festplatte liegen würde....
Jetzt reihe ich mich fast auf den letzten Drücker in die Galerie des Memademittwochs ein, in der schon so viele andere Jahreslieblinge 2017 zu finden sind, angeführt von Claudias traumhaften Urlaubsimpressionen. Danke an das Team des Memademittwoch, das diese erste Linkparty des Jahres 2018 organisiert hat!

Samstag, 23. Dezember 2017

Zweites Weihnachtskleid fertig!

Heute zeige ich im Finale des Weihnachtskleid-Sewalongs  mein zweites Kleid, das nach einem selbstkonstruierten Schnitt entstanden ist. Mit dem ersten Kleid, das ich hier beschrieben hatte, war ich nicht ganz zufrieden, da Stoff und vor allem der zu große Ausschnitt mich eher an ein Frühlingskleid erinnerten.

Ich hatte mich daraufhin nochmal auf Stoffsuche im Internet begeben und wurde bei 1000Stoff, wie so oft, fündig. Wenige Tage später lag dann dieser Stoff auf meinem Zuschneidetisch: ein Wollseidentweed der oberfränkischen Stoffmanufaktur Zuleeg. Nein, er lag natürlich nicht gleich auf dem Zuschneidetisch , sondern durfte vorher noch eine Runde in der Waschmaschine im Wollwaschgang drehen, was ihm aber nichts geschadet hat.

Der Stoff hat einen wunderbaren Fall und fühlt sich ganz weich an, also nichts mit kratzigem Wollstoff. Trotzdem habe ich mich gegen die Ärmel am Kleid entschieden, denn schon der Gedanke an die überhitzten Weihnachtszimmer im Wollkleid führte bei mir zu einem Schweißausbruch- nein, lieber ärmellos und mit passendem Shirt untendrunter.

Damit der schwarzweiße gemusterte Stoff nicht gar so trist aussehen sollte, kam ich auf die Idee, ihn mit rosa Paspeln aufzuhübschen. Und Taschen sollte das Kleid bekommen.
 Die Zeichnungen mache ich übrigens nicht nur deshalb, um mich im Zeichnen von Figurinen zu üben (wobei das sicher auch sinnvoll wäre- das Zeichentalent meines Großvaters wurde leider nicht an mich vererbt...), sondern vor allem, damit ich ein Deckblatt für meine Schnittmusterteile habe. Ich sortiere meine selbstkonstruierten Schnitte in einem extra Stehordner in Klarsichthüllen. Mittlerweile kommt auch immer ein Stückchen Stoff von dem vernähten Teil dazu, ich hoffe, daß das so für eine gute Buchführung ausreicht

Die Taschen liessen sich leicht in meinen Entwurf einbauen, da ich ja eine Seitenabtrennung im Kleid hatte. Hier habe ich  eine diagonale Trennungslinie  eingezeichnet und den entsprechenden Taschenbeutel dazu konstruiert. Für das Taschenfutter hatte ich noch einen Rest pinkfarbenen Futterstoff, da paßte die Paspel dann gut dazu.

Beim Nähen hatte ich dann zwischendurch immer mal die Befürchtung, daß diese schrägen Eingriffe zu sehr an eine Kittelschürze erinnern würde, aber ich hoffe, daß nur ich diese Assoziation habe...
Für die Hände sind die Taschen etwas zu klein, aber für ein Taschentuch oder andere Kleinigkeiten sollte die Größe reichen.

Eigentlich wollte ich die Paspel auch an den Ausschnittrand nähen, aber beim Verarbeiten des Beleges habe ich dann gemerkt, daß die Stofflagen mit zwischengefaßter Paspel zu dick geworden wären. So blieb es bei den kleinen Paspelstückchen an den Tascheneingriffen.

Den Ausschnitt habe ich an ein vorhandenes schwarzes Shirt angepaßt, das ich dazu tragen wollte, bei diesem Kleid finde ich ihn jetzt gelungen.

Wie alle meine selbstkonstruierten Teile ist auch dieses Kleid sehr schlicht und klassisch, wenn man es wohlwollend ausdrückt, die weniger Wohlwollenden werden es langweilig finden...mal sehen, wie es sich im Gebrauch bewährt!
ja, den Saum bügle ich noch mal!

Falls ich an den Weihnachtstagen dann genug von schwarz-weiß habe, gibt es ja auch noch Kleid No.1, das Stiefmütterchenkleid mit dem zu großen Ausschnitt. Dem habe ich jetzt kurzerhand noch einen Loop spendiert, für die eine Seite reichte der Rest Kleiderstoff genau aus, die andere Seite ist ein Rest grauer Viscosestrick, aus dem ich mir mein Ninja-Kleid genäht hatte.

Damit ist jetzt dieses Kleid auch wintertauglicher geworden, und das Verrutschen des Ausschnittes stört mich nicht mehr. Eine einfache Maßnahme, wie schön, wenn man Nähen kann!


Bevor ich jetzt in der Galerie des Memademittwoch mir die vielen wunderschönen Weihnachtskleider ansehe, möchte ich micht ganz herzlich bei den Moderatorinnen des Memademittwoch für ihre unermüdliche Arbeit in diesem Jahr bedanken. Auch bei meinen vielen Leserinnen und wenigen Lesern möchte ich mich  bedanken- Danke für das Interesse und die vielen lieben Kommentare, die ich das ganze Jahr über bekommen habe. Ich wünsche allen ein friedvolles und gesundes Weihnachtsfest!
verlinkt: 12colours of handmadefashion

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Mehr Heldinnen braucht die Welt!

Letzte Woche hatte ich über meine Heldinnentasche von Crafteln berichtet, die im Rahmen des Probenähens entstanden war. Ich liebe diese Tasche sehr, aber sie hat einen großen Fehler- durch ihre bunten Farben paßt sie nicht zu allen meinen Kleidern. Und da es sich bei dieser Tasche, die sich durch ihre ausgeklügelte Form so perkfekt an den Hüften anschmiegt,  auch fast um ein Kleidungsstück handelt, war dies ein wichtiges Argument für das Nähen der nächsten Tasche- denn die Welt braucht mehr Heldinnen!

Nun kann ich sicher nicht zu jedem Kleidungsstück eine passende Tasche nähen, aber zumindest zu jedem meiner beiden Ninja-Kleider sollte es eine passende Heldin geben. Mein graues Kleid, das nach dem Ninjaschnitt von Crafteln entstanden war, habe ich hier schon mal vorgestellt. Heute trage ich ein blaues Ninjakleid, das war das erste, das ich nach diesem Schnitt genäht hatte. In den Stoff hatte ich mich gleich verliebt- ein Polyesterjersey, etwas dicker, in einem schönen blau-schwarzen Muster. Eigentlich ein schöner Stoff, der aber schon nach der ersten Wäsche zum Pilling neigt. Noch trage ich das Kleid gerne, aber ich fürchte, seine Lebenszeit wird begrenzt sein-schade!

Die Lebenszeit dieser blauen Heldinnentasche wird aber vermutlich sehr, sehr lange sein. Ich habe dafür einen interessanten Stoff verwendet, den ich mir eigentlich mal als Probierstück für eine wasserfeste Jacke bestellt hatte. Schon lange möchte ich mir eine halbwegs regen- und wasserfeste Jacke nähen, scheue aber bisher noch von den Synthetikstoffen, die es natürlich in wunderbar wasserdichten Versionen gibt, zurück. Ich stieß bei meiner Suche irgendwann auf geölte Stoffe , die im englischsprachigen Raum als "oilcloth" bezeichnet werden, auf deutsch kennen wir ja auch die Bezeichnung Ölzeug. Diese Stoffe wurden im 19. Jahrhundert für Seefahrer verwendet, um vor der Feuchtigkeit zu schützen. Es handelte sich um Leinwand, das in Öl, oft Leinöl, eingelegt wurde. Die britische Firma Merchant and Mills, die viele von uns auch als Hersteller von interessanten Schnitten kennen, vertreibt diese Stoff, aber mittlerweile gibt es auch etliche deutsche Onlinestoffhändler, die geölte Stoffe im Angebot haben.

Der Stoff, den ich für meine Heldin verwendet habe, nennt sich "dry oilskin", also ein trockener Ölstoff. Ich würde jetzt gerne beschreiben , wie er hergestellt wurde, aber die mir zugänglichen Quellen schweigen darüber. Das klassische Ölzeug hat einen deutlich fettigen Griff- nicht unangenehm, wie ich finde, aber doch deutlich ölig. Dieser trockene Stoff fühlt sich an wie ein normaler Canvas und sieht auch so aus- in diesem Fall in einem ganz tiefen dunkelblau und sehr mattem Glanz. Aber Wasser perlt davon sofort ab, also eindeutig wasserabweisend, wenn auch nicht wasserfest.

Neugierig wie ich war hatte ich den Stoff natürlich auch einer Brennprobe unterzogen und dabei mit dem normalen geölten Stoff verglichen. Für mich war kein großer Unterschied erkennbar- beide Stoffe brennen gut, mit wenig Rückständen und ohne chemischen Geruch. Vermutlich ist die Herstellung dieses trockenen geölten Stoffes ein gut gehütetes Firmengeheimnis, denn interessant ist dieser Stoff wirklich.
Der Stoff war zunächst recht steif, wurde aber schon beim Nähen deutlich weicher. Zu Vernähen war er hervorragend, was ich gerade bei diesem etwas komlizierteren Schnitt der Heldinnentasche sehr zu schätzen wußte.

Ich wollte ja eine einfarbige Tasche nähen, aber als dann der tief dunkelblaue Stoff auf meinem Nähtisch lag, war mir das dann doch etwas zu trist für diese dunklen Herbst- und Wintertage. Ich habe deswegen kombiniert mit einem roten Reißverschluß, und mit einem  gemusterten Futterstoff. Hierfür habe ich ein Stück " Sparkel midnight blue"  von Atelier Brunette geopfert .

Die Heldinnentasche wird ja eigentlich nicht gefüttert, aber natürlich kann man sie füttern. Hierfür habe ich das Teil für die große Außentasche doppelt zugeschnitten , also einmal aus dem Hauptstoff und einmal aus Futterstoff und die beiden Lagen an der oberen Kante verstürzt. Die diagonalen Nähte, die in der Beschreibung als französische Nähte beschrieben werden, habe ich dann nur als normale Nähte gearbeitet und danach die gefütterte Außentasche wie eine Stofflage verarbeitet.
Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Natürlich sieht das bunte Futter keiner von außen, aber ich freue mich immer, wenn ich in die Tasche hineinschaue.

Auch diese Tasche hat die gleichen guten Eigenschaften wie meine erste Heldin: nicht nur schön vom Design her, sondern auch unglaublich praktisch. In der großen Aussentasche läßt sich alles unterbringen, das man rasch griffbereit haben möchte. Alle anderen Dinge kommen in die mit Reißverschluß gesicherte Innentasche. Auch diese Tasche hat eine Extratasche fürs Handy, dazu habe ich noch ein zweites mit Klettband verschlossenes Täschen genäht für Kamm, Lippenstift und Handcreme, also die Sachen, die ich auch gerne griffbereit in der Tasche habe.
Ich habe für diese Tasche wieder eine einfache Leiterschnalle zum Verstellen des Gurtbandes verwendet. Das ging gut, schöner wäre aber wohl doch eine drehbare Steckschnalle gewesen, wie sie auch in der Originalversion der Designerin Lindy Stokes  verwendet werden. Leider hatte ich diese Schnalle beim Nähen nicht zur Verfügung- wie gut, daß sie jetzt im Schnittmusterkiosk von Crafteln erhältlich sind!
Bei meiner nächsten Heldin werde ich dann diese drehbare Schnalle verwenden. Und die nächste Heldin muß natürlich bald genäht werden, denn es gibt immer noch Kleidungsstücke in meinem Schrank, zu denen keine meiner beiden Taschen paßt. Und schliesslich braucht die Welt unbedingt noch mehr Heldinnnen.
Heute zeigen auch Birgit und Wiebke ihre Heldinnentaschen- da freue ich mich schon sehr aufs Lesen und Schauen!
Verlinkt : RUMS


Donnerstag, 14. Dezember 2017

die Heldin! Neues Taschenschnittmuster von Crafteln

Es gibt ein neues Schnittmuster von Crafteln, die Heldinnentasche!
Ich nähe ja sehr gerne die Schnittmuster von crafteln, die Meike in Zusammenhang mit der australischen (oder jetzt Berliner) Designerin Lindy Stokes herausbringt. Alle Schnitte sind so ausgeklügelt und interessant, einfach immer etwas Besonderes.
Und deshalb hatte ich mich auch sofort beworben, als Meike im September neue Probenäherinnen suchte. Normalerweise habe ich kein Interesse am Probenähen. Meine Nähzeit ist knapp, und ich werde sie nicht mit Schnitten oder Stoffen verbringen, von denen ich nicht überzeugt bin.
Aber in diesem Fall war das anders, da ich mir sicher war, daß der Schnitt spannend würde. Spannend auch deshalb, weil Meike von vorherein angekündigt hatte, es würde sich um ein Accessoire handeln. Was konnte das sein, ein Hut, ein Schal, eine Tasche? Ich war neugierig und bewarb mich.

Etliche Wochen hörte ich dann nichts mehr, und dann kam irgendwann die mail, ich sei ins Probe-Nähteam von Crafteln aufgenommen, wie habe ich mich gefreut!
Und dann wurde auch klarer, um was es ging. Eine Tasche, die von dem Label Stoxs unter dem Namen Paniertasche vertrieben wird, sollte nun für uns Hobbynäherinnen zugänglich gemacht werden. Eine sehr schicke Umhängetasche, die eine besondere dreidimensionale Form  hat und dadurch perfekt auf der Hüfte sitzt.
Quelle: Stoxs, Berlin


Aber diese Tasche mußte erstmal genäht werden, und das war am Anfang gar nicht so einfach. Wir hattten zunächst nur die Anleitung  und den Schnitt, der noch wenig Bezeichungen hatte. Ich bin sicher kein Taschen-Profi, aber so einige Taschen hatte ich ja schon genäht. Alle hatten ähnliche Teile, Außentasche, Innentaschen, meistens waren sie gefüttert, Reißverschluss, irgendwann wurde dann gewendet, und dann lag die fertige Tasche schön auf dem Tisch.

Diese Tasche ist völlig anders. Deshalb war es für uns beim Probenähen zunächst schwierig , mit den Schnittteilen umzugehen. Ungewöhnlich war die Form, wo war eigentlich oben und unten, wie sollten die Teile zusammengenäht werden? das war zunächst gar nicht erkennbar.

Aber ich war mir ja von vornherein sicher, daß auch dieser Schnitt so durchdacht sein würde wie alle Schnitte aus dem Hause crafteln, und so habe ich beim Nähen meiner ersten Tasche einfach blind der Anleitung vertraut , ohne recht  zu wissen, wo es hingehen würde.

Der Schnitt enthält einige nähtechnische Besonderheiten, genäht wird teilweise mit Kappnähten. Die kannte ich schon, aber neu war mir die Variante, die bei dieser Tasche angewendet wird: eine Nahtzugabe wird vor dem Nähen schon gekürzt, dann die beiden Teile mit unterschiedlicher Nahtzugabe zusammengenäht und wie üblich die länger Nahtzugabe um die kürzere geschlagen. Der Vorteil von dieser Technik ist, daß man die  kürzere Nahtzugabe schön sauber schneiden kann , ich habe hier teilweise auch meinen Rollschneider eingesetzt, wie ich es beim Zuschneiden immer gerne mache.
Die fertige Anleitung ist super ausführlich und enthält viele Tutorials, so daß dieser Designerschnitt sicher für alle gut machbar ist.

Da die Tasche nicht gefüttert ist und die Innenseite der Außtentasche sichtbar wird, ist es ratsam, einen Stoff mit einer ansehlichen linken Seite zu wählen. Ich hatte einen Polsterstoff verwendet, der auch von links ausgesprochen schön war. Er war relativ dick, das hat mir die Arbeit etwas erschwert, aber es ging.

Die besondere dreidimensionale Form der Tasche entsteht durch die halbrunde Form der hinteren Tasche und diagonale Nähte , die auf diese Rundung zu laufen. Diese Rundung setzt sich fort in der vorderen Tasche, die oben offen ist und auch etwas konvex nach außen fällt.

Die Innentasche wird mit einem Reißverschluss gesichert, der sich durch zwei Zipper in beide Richtungen nach außen öffnen läßt. Diese Zipperanordnung entspricht natürlich nicht der Anordnung eines normalen Zweiwegezippers, sondern man muß sie selbst aufziehen.Bei diesem dicken Reißverschluß, den ich verwendet habe, ist das aber kein Problem.

Das Handy findet in einer separaten Innentasche Platz.

Das Nähen und die Konstruktion der Tasche fand ich spannend, aber wie würde sich die Tasche im Gebrauch verhalten? Zunächst war ich skeptisch, weil ich die offene Form der Tasche etwas gewöhungsbedürftig fand. Aber schon beim ersten Einkaufsbummel mit Tasche nahm ich sie wie selbstverständlich in Gebrauch. Wie schön, beim Fahrradfahren blieb sie über meiner Schulter und störte nicht beim Fahren. Beim Betreten eines geheizten Kaufhauses wurden Mütze und Handschuhe mit einem Griff in die Tasche geschoben und wieder herausgeholt. Beide Hände blieben frei, und trotzdem hatten Geldbeutel und Handy ihren sicheren Platz und konnten sofort heraus geholt werden.
Und bei den unvermeidlichen Regenschauern in diesem Herbst konnte ich mit beiden Händen den Schirm festhalten und die Tasche rutschte nicht von meiner Schulter. Also, diese Tasche ist die Heldin meines Alltags!

Eigentlich heitßt sie ja "Heldinnentasche" , aber in  unserer Probenähgruppe wurde daraus  ein liebvolles "die Heldin". Überhaupt fand ich es interessant, wie rasch wir diese Tasche in unsere Herzen schlossen. Am Anfang war da schon etwas Skepsis, weil wir das Schnittmuster so wenig einordnen konnten. Beim Nähen entdeckten wir dann die Genialität des Schnittes, aber der eigentliche Aha-Effekt kam bein ersten Umlegen, oder besser gesagt Anziehen der Tasche.
Denn diese Tasche ist ein Kleidungsstück, und so versteht man auch den Originalnamen "Paniertasche", also so etwas wie Reifrocktasche. Sie paßt auch durchaus nicht zu jedem Outfit, aber mit meinem grauen Ninjakleid, das ich hier schon im Blog gezeigt hatte, ist diese Tasche ideal kombiniert.
Ich habe im Gurtband eine einfache Leiterschnalle verwendet. Luxuriöser ist natürlich eine Drehschnalle, die es zum Glück jetzt im Shop bei Crafteln gibt.
Wer jetzt noch Lust auf andere Heldinnnen-Taschen bekommen hat, der möge doch bitte zu den blogposts von   Patchworkangel(a) , Chris Nadelspiele  , Strickprinzessin  und Fantipanti rüberhüpfen, die zeigen nämlich heute ihre Heldinnentaschen. Alle sind total verschieden geworden, das ist so spannend! Und wer die ganze Blogtour sich anschauen will, der bekommt hier den Fahrplan:

Dienstag, der 12.12.:
Tina, Sophie auf Facebook und Mücke

Mittwoch, der 13.12.:
Frau Sonnenburg und Ostenfelder Nähstube

Donnerstag, der 14.12.:
Mariabarbara, Patchworkangel(a), Chris’Nadelspiele, Strickprinzessin und Birgit

Dienstag, der 19.12.
Naehkatze, Chris’Nadelspiele, Ejas Freudentränen

Donnerstag, der 21.12.
BirgitMariabarbara und Wiebke

Ich bin davon überzeugt, daß aus diesem tollen Schnitt noch viele, viele weitere Taschen entstehen werden. Alle auf ihre Art einzigartig, und alle besonders, eben echte Heldinnen!

Der Schnitt wurde mir von Meike kostenlos zum Probenähen zur Verfügung gestellt. Die Arbeit im Probenähteam habe ich sehr genossen, so eine nette und engagierte Truppe! Was ich in meinem Blog schreibe, ist meine eigene Meinung- so wie immer.

Verlinkt mit RUMS  
tt-taschenundtaeschchen