Mittwoch, 16. November 2016

Herbst-Outfit mit Driftless Cardigan von Grainline Studio


Es gibt ja wirklich schöne Jaquardjerseystoffe diesen Herbst. Die schönsten davon werden , wie ich finde, bei Albstoffe produziert. Albstoffe ist eine Firma auf der Schwäbischen Alb, die sich auf Strickstoffe spezialisiert hat und diese auch in kleinen Auflagen herstellt. Und das nutzen Stoffgeschäfte oder auch Designerinnen, um ihre Ideen zu Stoff und an die Frau zu bringen.

Gute Ideen kamen in diesem Fall vom Stoffbüro, das eine ganze Kollektion von farblich passenden Jerseys, Ringeljerseys und eben Jaquards in Auftrag gegeben hatten. Ich hatte mich für die Farbvariante bordeaux-beige entschieden und mir daraus ein Herbstoutfit genäht.

Als Jacke habe ich mich für den Driftless Cardigan von Grainline Studio entschieden. Das ist einer von den Schnitten, den man erst auf den zweiten Blick als interessant ansieht. Eigentlich ganz schlicht, etwas oversized, überschnittene Schultern und gut hüftlang. Die Jacke ist aus dem camelfarbenen Jaquard Flechtwerk genäht.

Mir gefällt an diesem Schnitt die Form gut, die zwar groß und voluminös wirkt, aber trotzdem irgendwie figurbetont. Der Schnitt hat im unteren Drittel eine horizontale Teilungsnaht, in die im Vorderteil eigentlich Taschen eingearbeitet sind. Dafür hat mein Stoff nicht gereicht, die Stoffbreite des Jaquards ist nur 120 cm- das hatte ich beim Bestellen nicht bedacht.

Es gibt farblich passende Bündchen, so daß für den schönen Abschluss gesorgt war. Das Bündchen an den Vorderteilen soll eigentlich mit der Hand angenäht werden, wenn man der Anleitung folgt. Ich habe das großzügig überlesen und die Jacke einmal durch die Cover gejagt- ging auch, aber schön ist vielleicht anders...
Das einzige, was mir an dem Jaquard nicht gefällt, ist die weiße Rückseite, die man bei einer Jacke ja doch manchmal hervorblitzen sieht. Oder ich müßte sie immer nur geschlossen tragen, aber für Knöpfe konnte ich mich bisher nicht entschliessen. Vielleicht kleine Druckknöpfe? Knopflöcher kann ich jedenfalls in das Bündchen vorne nicht mehr nähen, nachdem da meine glorreiche Covernaht liegt.

Der Jaquard ist wunderbar weich und füllig, und auch durch den Schnitt ist auf diese Art ein Kleidungssstück entstanden nach dem Muster: nähen,anziehen, und freiwillig nicht mehr ausziehen!

Dazu habe ich ein Ringelshirt aus einem gestreiften Biojersey genäht. Das sollte eigentlich ganz schlicht werden. Ich habe irgendeinen Basisschnitt herausgezogen, zugeschnitten- und dann gedacht, daß ein bißchen mehr Pep schon noch dabei sein dürfte. Aber was?
Nun haben diese Ringel andere auch schon inspiriert. Die einen dachten an bretonische Fischer, die nächsten an Grimmsche Märchenfiguren mit dem gleichen Beruf- mir fielen eher die Wiener Sängerknaben mit ihren schönen Matrosenkrägen ein, nachdem ein Zipfel des unifarbenen bordeauxenen Jerseys auf dem Streifenstoff lag.

Wie näht man denn so einen Matrosenkragen, dazu auch noch an ein Jerseyshirt? Antwort gab es bei Colette. Colette hatte vor einigen Jahren einen schlichten Jerseykleiderschnitt (Moneta) herausgebracht, zu dem es als Bonus verschiedene Kragen gab, unter anderem also auch dieses Schleifchen. Schleifchen ist zwar kein richtiger Matrosenkragen, aber mir war es genug.
Ich mußte dann nur noch den Colettekragen auf mein bereits zugeschnittenes Shirt anpassen, und fertig war mein Matrosenkragen!
Leider war mein Ausschnitt schon etwas weit geraten, da ich ja urspünglich ein normales Shirt mit Bündchen nähen wollte. Auch hier gilt also der alter Grundsatz, daß Nachdenken vor dem Zuschneiden auch ganz schön gewesen wäre...
Aber ich hatte ja noch den unifarbenen bordeauxenen Jersey, und so habe ich daraus noch ein Unterziehtop mit hohem Ausschnitt genäht, auf daß das Ensemble etwas herbst- und wintertauglicher würde.
Der Jersey hat übrigens auch eine unglaublich schöne Qualität. Er ist glatt, dabei weich und angenehm im Griff. Ich hoffe, er wird auch dauerhaft so bleiben, wenn er die ersten Waschmaschinen-Durchläufe hinter sich hat!
Geplant ist jetzt eigentlich noch ein Kleid, es gibt noch einen Jaquard mit schönem Punktemuster, der aber leider zur Zeit nicht in meinen Farben erhältlich ist- ich hoffe sehr, daß die Strickmaschinen auf der Schwäbischen Alb schon heißlaufen und ihn nachproduzieren!
Und so lang schaue ich mir einfach an, was die anderen gut angezogenen Damen des Memademittwoch heute tragen, und freue mich auf viele neue Inspirationen!
Jacke: Driftless Cardigan von Grainline Studio
Shirt: eigener Schnitt mit Colette-Kragen
Stoffe: Biojaquard und Biojersey vom Stoffbüro
Rock: gekauft, aber trotzdem schön
Thermoleggins: T*chibo, genial warm!
verlinkt: MMM, ichnähbio

Kommentare:

  1. Ich finde es schön, wenn sich Projekte auch während des Nähen noch entwickeln dürfen. Hauptsache ist doch, dass das Endergebnis stimmt...und wenn das so passt und stimmig ist, wie hier bei dir - umso besser! Danke für die Entstehungsgeschichte.
    LG, Bele

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    1. Liebe Bele, vielen Dank! Ja, viele Dinge entwickeln sich beim Nähen erst, und eigentlich ist ja das Nähen ein ständiges Problemlösen...sonst wäre es ja vielleicht auch zu langweilig!
      LG Barbara

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  2. Ein wunderbares Herbst-Outfit! Da stimmt und passt einfach alles ... Ich mag übrigens sehr, wie du von der Entstehung berichtet!
    Liebe Grüße von Doro

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    1. Liebe Doro, vielen Dank! Ich war auch froh , daß die Stoffe alle so gut zusammen paßten und das Outfit dann komplett war.
      LG Barbara

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  3. Wirklich ein schönes und stimmiges Outfit hast du da produziert. Ich finde es gar nicht schlimm, dass das Weiß der Innenseite manchmal hervorblitzt, das fällt nicht auf! Die Farben sehen auch wirklich schön an dir aus und ich bin jetzt echt versucht mir die Stoffe nochmal ganz genau anzusehen :)
    Liebe Grüße
    Katharina

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    1. Liebe Katharina, schau dir nur die Stoffe genauer an, aber paß auf , daß Dein Finger nicht am Bestell-Button hängenbleibt- und sag nachher nicht, daß ich Dich nicht gewarnt hätte!
      LG Barbara

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  4. Dein Outfit ist sehr schön geworden und die Farben und Stoffe passen toll zusammen. Das Weiße auf der Innenseite finde ich nicht störend.
    An diesen Teilen wirst du viel Freude haben.
    LG
    Astrid

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    1. Ja, liebe Astrid, ich habe schon viel Freude daran gehabt, und vielen Dank für Deinen Kommentar!
      LG Barbara

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  5. Ja, harmonisch und schön! Da ich selbst nicht stricken will, schaue ich auch gelegentlich nach Stoffen, die irgendwie ein bißchen wie handgestrickt aussehen. Dieser wirkt wirklich so. Regina

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  6. Nun habe ich gesehen, dieser Jaquardjersey mit dem eingewebten Strickmuster, auf den ich schon ein Auge geworfen hatte, ist ja auch von Albstoffe. Irgendwo war der neue Stoff probegenäht worden. Naja, witzig ist er, aber einem muss klar sein, dass eher etwas sweatshirtmäßiges dabei herauskommt.- Regina

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    1. Liebe Regina, der Jaquard ist ein Baumwollstrickstoff, schon ähnlich wie ein Sweatshirtstoff, aber doch wieder anders. Sweatshirtstoffe sind ja typischerweise wenig dehnbar und haben eine angerauhte linke Seite (oder Frottee-Schlingen beim Sommer-Sweat).Dieser Stoff aber hat eine ganz glatte linke Seite, und das Gestrick ist wirklich plastisch, der Stoff hat eine Dehnbarkeit von mindestens 50%, also wirklich wie ein Strickstoff. Aber wie handgestrickt wirkt er natürlich nicht, dafür sind die Fäden zu dünn.
      Wenn Du Interesse an dem Stoff hast, laß Dir doch einfach eine Probe schicken, dann siehst Du ja die Qualität.
      Lieben Dank für Deine Kommentare, ich habe mich gefreut!
      Barbara

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  7. Schöner Stoff! Hab grad gesehen, dass es den auch in blau gibt, was vielmehr meine Farbe ist. Würde der sich auch für eine Jacke mit Knöpfen eignen z.B. den Jenna Cardigan?
    LG, Andrea

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    1. Liebe Andrea, ich finde den Stoff gut geeignet für Jacken, und sicher auch für Knöpfe. Und in blau ist er auch toll!
      LG Barbara

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