Samstag, 23. Dezember 2017

Zweites Weihnachtskleid fertig!

Heute zeige ich im Finale des Weihnachtskleid-Sewalongs  mein zweites Kleid, das nach einem selbstkonstruierten Schnitt entstanden ist. Mit dem ersten Kleid, das ich hier beschrieben hatte, war ich nicht ganz zufrieden, da Stoff und vor allem der zu große Ausschnitt mich eher an ein Frühlingskleid erinnerten.

Ich hatte mich daraufhin nochmal auf Stoffsuche im Internet begeben und wurde bei 1000Stoff, wie so oft, fündig. Wenige Tage später lag dann dieser Stoff auf meinem Zuschneidetisch: ein Wollseidentweed der oberfränkischen Stoffmanufaktur Zuleeg. Nein, er lag natürlich nicht gleich auf dem Zuschneidetisch , sondern durfte vorher noch eine Runde in der Waschmaschine im Wollwaschgang drehen, was ihm aber nichts geschadet hat.

Der Stoff hat einen wunderbaren Fall und fühlt sich ganz weich an, also nichts mit kratzigem Wollstoff. Trotzdem habe ich mich gegen die Ärmel am Kleid entschieden, denn schon der Gedanke an die überhitzten Weihnachtszimmer im Wollkleid führte bei mir zu einem Schweißausbruch- nein, lieber ärmellos und mit passendem Shirt untendrunter.

Damit der schwarzweiße gemusterte Stoff nicht gar so trist aussehen sollte, kam ich auf die Idee, ihn mit rosa Paspeln aufzuhübschen. Und Taschen sollte das Kleid bekommen.
 Die Zeichnungen mache ich übrigens nicht nur deshalb, um mich im Zeichnen von Figurinen zu üben (wobei das sicher auch sinnvoll wäre- das Zeichentalent meines Großvaters wurde leider nicht an mich vererbt...), sondern vor allem, damit ich ein Deckblatt für meine Schnittmusterteile habe. Ich sortiere meine selbstkonstruierten Schnitte in einem extra Stehordner in Klarsichthüllen. Mittlerweile kommt auch immer ein Stückchen Stoff von dem vernähten Teil dazu, ich hoffe, daß das so für eine gute Buchführung ausreicht

Die Taschen liessen sich leicht in meinen Entwurf einbauen, da ich ja eine Seitenabtrennung im Kleid hatte. Hier habe ich  eine diagonale Trennungslinie  eingezeichnet und den entsprechenden Taschenbeutel dazu konstruiert. Für das Taschenfutter hatte ich noch einen Rest pinkfarbenen Futterstoff, da paßte die Paspel dann gut dazu.

Beim Nähen hatte ich dann zwischendurch immer mal die Befürchtung, daß diese schrägen Eingriffe zu sehr an eine Kittelschürze erinnern würde, aber ich hoffe, daß nur ich diese Assoziation habe...
Für die Hände sind die Taschen etwas zu klein, aber für ein Taschentuch oder andere Kleinigkeiten sollte die Größe reichen.

Eigentlich wollte ich die Paspel auch an den Ausschnittrand nähen, aber beim Verarbeiten des Beleges habe ich dann gemerkt, daß die Stofflagen mit zwischengefaßter Paspel zu dick geworden wären. So blieb es bei den kleinen Paspelstückchen an den Tascheneingriffen.

Den Ausschnitt habe ich an ein vorhandenes schwarzes Shirt angepaßt, das ich dazu tragen wollte, bei diesem Kleid finde ich ihn jetzt gelungen.

Wie alle meine selbstkonstruierten Teile ist auch dieses Kleid sehr schlicht und klassisch, wenn man es wohlwollend ausdrückt, die weniger Wohlwollenden werden es langweilig finden...mal sehen, wie es sich im Gebrauch bewährt!
ja, den Saum bügle ich noch mal!

Falls ich an den Weihnachtstagen dann genug von schwarz-weiß habe, gibt es ja auch noch Kleid No.1, das Stiefmütterchenkleid mit dem zu großen Ausschnitt. Dem habe ich jetzt kurzerhand noch einen Loop spendiert, für die eine Seite reichte der Rest Kleiderstoff genau aus, die andere Seite ist ein Rest grauer Viscosestrick, aus dem ich mir mein Ninja-Kleid genäht hatte.

Damit ist jetzt dieses Kleid auch wintertauglicher geworden, und das Verrutschen des Ausschnittes stört mich nicht mehr. Eine einfache Maßnahme, wie schön, wenn man Nähen kann!


Bevor ich jetzt in der Galerie des Memademittwoch mir die vielen wunderschönen Weihnachtskleider ansehe, möchte ich micht ganz herzlich bei den Moderatorinnen des Memademittwoch für ihre unermüdliche Arbeit in diesem Jahr bedanken. Auch bei meinen vielen Leserinnen und wenigen Lesern möchte ich mich  bedanken- Danke für das Interesse und die vielen lieben Kommentare, die ich das ganze Jahr über bekommen habe. Ich wünsche allen ein friedvolles und gesundes Weihnachtsfest!
verlinkt: 12colours of handmadefashion

Sonntag, 10. Dezember 2017

Weihnachtskleid nach eigenem Entwurf- fertig?

Heute ist schon der 3. Teil des WKSA- das Thema ist heute der Zwischenstand bei unserer Weihnachtskleidnähaktion. Eigentlich kann ich heute stolz ein fertiges Kleid präsentieren.
Zur Erinnerung: ich nähe dieses Jahr ein Kleid nach einem eigenen Schnitt, den ich im September diesen Jahres bei einem Schnittkonstruktionskurs gezeichnet hatte. Das Thema des Kurses bei Peggy Morgenstern waren Etuikleider in verschiedenen Variationen, und so entstand auch der Entwurf für dieses Kleid.
Das Kleid hat Teilungsnähte , die in den Armausschnitt laufen. Dies sind keine Prinzess- oder Wienernähte, da sie nicht über den Brustpunkt gehen. Deshalb bleibt auch ein kleiner Rest des Taillen- und Brustabnähers bestehen, der als Abnäher genäht wird.Auch im Rücken gibt es zusätzlich zu den Teilungsnähten noch einen Taillenabnäher sowie einen Schulterabnäher, der in den Halsausschnitt gedreht ist. Die Ärmel sind dreiviertellang, schlicht mit einem kleinen rückwärtigen Abnäher. Der Rock ist ab der Taille leicht ausgestellt, um eine vernünftige Beinfreiheit auch ohne Schlitz zu erreichen.
Mein Hauptproblem bei diesem Kleid war bisher die Suche nach dem richtigen Stoff. Einen Viscosecrepe, den ich zunächst im Auge hatte, erwies sich als zu dünn- dieses Kleid erfordert einen Stoff mit etwas Stand. Und so habe ich es jetzt aus diesem Stoff genäht, der für den Schnitt gut geeignet ist, finde ich. Auch ein Viscosecrepe, aber dafür recht kräftig. Der Stoff hat einen wunderbaren Griff- er fühlt sich warm an. Vielleicht eine eigenartige Beschreibung für einen Stoff? Aber es gibt ja wirklich so ganz kühle Stoffe, wie Leinen, oder manchmal auch Baumwolle- dieser Stoff ist einfach warm vom Anfassen her. Die Farben, blau, grau und dunkelrot, sind natürlich absolut mein Beuteschema, und das in Verbindung mit dem tollen Griff führte zur Bestellung des Stoffes.
Das Muster ist allerdings gar nicht weihnachtlich, sondern paßt vielleicht dann eher in den Frühling, wenn wieder alle Vorgärten mit Stiefmütterchen bepflanzt werden. Aber es hat ja auch keiner gesagt, daß ein Weihnachtskleid nur an Weihnachten getragen werden soll, wahrscheinlich ist es sogar besser, wenn es auch noch in andere Jahreszeiten paßt.
Was mir an meinem Entwurf allerdings gar nicht gefällt, ist der Ausschnitt. Er ist zu groß, und vor allem zu weit. Ich glaube auch, daß der Schulterpunkt etwas zu weit außen sitzt. Jedenfalls ist es jetzt so, daß der BH-Träger fast zu sehen ist- das ist mir zu weit.

Auch an den Ärmeln könnte ich noch etwas arbeiten. Wenn der Armausschnitt noch etwas kleiner wäre, wäre die Bewegungsfreiheit in den Armen noch besser. Dann müßte ich allerdings schauen, daß die Armkugel noch schön fällt. Jetzt habe ich sowohl im vorderen als auch im rückwärtigen Teil des Ärmels jeweils 2cm Einhalteweite, das fand ich beim Nähen eigentlich ganz ideal.
Insgesamt bin ich jedoch mit diesem Kleid recht zufrieden. Es ist ein gut tragbares Kleid entstanden, das ich sicher viel und gerne anziehen werde. Der Schnitt ist natürlich wieder sehr schlicht, wie bisher alle meine selbstkonstruierten Teile. Als Weihnachtskleid sehe ich es nicht unbedingt- wobei ich da natürlich zugeben muß, daß Weihnachten bei uns sehr informell gefeiert wird und ich vermutlich auch in Jeans bei den diversen Feierlichkeiten aufkreuzen könnte.

Mir geht es also wirklich nur um meine eigenen Ansprüche an ein festliches Kleid, ist ja sicher auch ein Luxus, das ich hier  auf meine eigenen Gefühle hören darf und nicht irgendwelchen formellen Forderungen von außen genügen muß.

Und da ich mir noch ein anderes Kleid für die Feiertage wünsche, habe ich mir  einen Stoff bestellt, der meinen Wünschen noch mehr entgegenkommt. Ein Wolle-Seidengemisch, recht dünn, traumhaft anzufassen. Er hat ein schwarz-weißes ganz dezentes Fischgratmuster, und aus diesem Kleid kann ich mir meinen Entwurf sehr gut vorstellen. Aber noch habe ich den Stoff nicht, und ich weiß auch nicht, ob er so rechtzeitig kommt, daß ich bis Weihnachten das Kleid fertig habe. Aber wenn nicht, ist es ja auch nicht schlimm, denn nach Weihnachten habe ich viel mehr Zeit zum Nähen, und dann wird es eben ein Sylversterkleid...
Jetzt schaue ich erst mal, wie weit die anderen Weihnachtskleider schon sind. Zur Galerie auf dem Memademittwoch geht es hier entlang!