Mittwoch, 29. August 2018

Herren-Shorts nach einem Knip-Schnitt

Ich nähe ja am liebsten für mich. Das hat größtenteils egoistische Gründe: ich trage gern Selbstgenähtes, mag auch gern immer wieder mal was neues- also muß ich ich viel für mich nähen, um diesen beiden Ansprüchen gerecht zu werden. Und das tolle und umfangreiche Angebot, das wir mittlerweile im Bereich der Damenschnittmuster haben, trägt nicht gerade dazu bei, daß meine To-Sew-Liste im Bereich des Selfish-Sewings irgendwann abgearbeitet ist.

Nähen für andere ist auch mit Problemen behaftet. Das Hauptproblem ist, finde ich, daß derjenige, der benäht wird, es gar nicht zu schätzen weiß, was wir ihm da Gutes tun. Vielleicht gefällt es ihm auch nicht, oder es paßt nicht, und dann landen die genähten Sachen im Altkleidersack oder im Müll...oder noch schlimmer, die benähte Person weiß zwar den Wert der Näharbeit zu schätzen, aber das Teil gefällt nicht, und wohin dann damit? Ich hatte ein ähnliches Problem, als mit eine Bekannte (es war wirklich nur eine Bekannte, also keine Freundin oder so) mir mal ein selbstgemaltes Ölgemälde schenkte, Größe 80x 80 cm....ich fand es schön, handwerklich gut gemacht, aber aufhängen wollte ich es zuhause dann doch nicht. Zum Glück fand sich dann an meinem Arbeitsplatz ein Eckchen, in dem das Bild heute noch schön hängt und durchaus für Freude sorgt.
Also, Nähen für Andere ist nicht so meins. Die einzige Ausnahme, die ich mache, ist das Nähen für meinen Mann, denn das mache ich richtig gerne...natürlich nur, wenn ich gerade Zeit dafür habe und nicht grade was für mich nähen muß. Mein Mann liebt die selbstgenähten Klamotten, die ich für ihn mache, er weiß die Arbeit zu schätzen und die Paßform ist auch nicht so schwierig bei ihm, da er mit den üblichen Konfektionsgrößen auch gut zurecht kommt.

Ich zeige heute eine Shorts, die nach einem Schnitt aus der Knip entstanden ist. Der Schnitt war in einer Beilage der holländischen Knip aus dem Jahr 2014, vermutlich war diese Beilage nie in Deutschland erhältlich.


Eigentlich schade, denn es handelt sich um sehr gute Schnitte, wie ich finde: alles Basics, Shirts, Sweatshirts und einfache Hosen. Die Schnitte sind sicher nichts besonderes, aber sie sind so von der Art, daß sie vermutlich den benähten Männern gut gefallen. Unter "gut gefallen" verstehe ich die Reaktion des Mannes nach der ersten Anprobe des Teiles, der sich zufrieden im Spiegel betrachtet, kurz nachdenkt und dann sagt: sehr schön, dieses Shirt(dieser Pulli, diese Hose) , davon machts Du mir jetzt noch fünf Stück nach dem gleichen Schnitt...

 Diesen Schnitt hatte ich vor einigen Jahren schon mal genäht. Das entstandene Teil damals war weit von meinen heutigen Nähfertigkeiten entfernt. Die Hose war auch zu kurz, und Details wie die Taschen nicht gut im Schnittmuster gelöst. Trotz allem war diese Hose lange ein Lieblingsteil meines Mannes gewesen, was man der Hose auch bald ansah. Ein Ersatz mußte her, und dieses Modell zeige ich  heute.

Ich habe den Originalschnitt etwas abgewandelt, habe die Länge geändert und andere Taschen eingefügt. Hier sind verschiedene andere Schnitte eingeflossen, unter anderem die Herren-Shorts aus dem Buch von Sebastian Hoofs. Über dieses Schnitttmuster berichte ich vielleicht noch mal an anderer Stelle- hier nur soviel, daß dieser Schnitt bei mir nicht zu einer tragbaren Herrenhose führte.

Die Knip-Shorts haben die typischen Stil-Merkmale einer Chino-Hose, also schräge Eingrifftaschen im Vorderteil und Paspeltaschen im Rückteil. Ich habe mich hier auf die bewährten Anleitungen von Closet Case verlassen, die ähnliche Taschen bei der Sasha Trousers zeigen.

Den Schnitt für die Sasha Trosuser habe ich zwar nicht, aber es gibt auf dem Blog von Closet Case ein umfangreiches  Tutorial für diese Taschen. Danach habe ich an meinem Schnitt die Schnitteile für die Taschenspiegel vorne und die Pattentaschen hinten konstruiert.
Alle Taschenbeutel sind mit französischen Nähten genäht. Der Stoff für die Taschenbeutel war ein Rest von meinen Paperwaist-Shorts, so könne wir jetzt im Partnerlook gehen, zumindest was das Taschenfutter angeht...


Die Paspeltaschen hinten sind mir sicher noch nicht perfekt gelungen, es gibt noch etliche Beulen an dne Ecken der Taschen, die sich auch nicht wegbügeln liessen. Aber jedenfalls habe ich jetzt das Prinzip begriffen, wie sowas genäht wird. Diese Art Taschen war lange ein Angstgegner für mich, weil ich auch so viele verschieden Anleitungen dafür hatte und dann irgendwann überhaupt nicht mehr wußte, woran ich mich halten sollte. Aber da ich mit den Closet Case Anleitungen immer gut zurecht kamme, war das dieses Mal auch der beste Weg für mich.

Der Stoff der Hose ist ein  Twill von Lebenskleidung, also ein Stoff in Bioqualität. Ich hatte mir etliche Stoffproben schicken lassen, und dieser Stoff, der auch als Chino-Stoff bezeichnet wird, war eindeutig der schönste. Eine wunderbare Qualität. ganz glatt und etwas glänzend, in einem nicht zu dunklen Marineblau. Ich hoffe sehr, daß Stoff und vor allem die Farbe des Stoffes die Strapazen der nächsten Sommer überstehen, denn auch diese Hose soll hoffentlich die nächsten Jahre überdauern.
Und so macht mir das Nähen auch für andere Spaß, wenn ich dabei ein langlebiges Kleidungsstück schaffen kann, mit desssen Verarbeitung ich  zufrieden bin.
verlinkt : Afterworksewing, Sewlala

Mittwoch, 15. August 2018

Kleid Felix von Grainline Studio

Dieser Sommer hat es gut, vielleicht auch zu gut mit uns gemeint. Seit Wochen freuen wir uns über ungetrübten Sonnenschein. Regen ist zu einer exotischen Angelegenheit geworden, die in unserer Tagesplanung nicht mehr auftaucht. Auch wenn die Trockenheit für die Natur verheerende Folgen hat, habe ich natürlich die schönen Seiten dieses Sommers genossen. Alle genähten Sommerkleider wurden ausgiebig getragen, Hosen nur in Form von kurzen Shorts angezogen. Als dann die Temperaturen weiter kletterten, fiel mir aber doch eine schmerzhafte Lücke in meiner Garderobe auf: ich hätte so gerne ein dünnes, weitgeschnittenes Kleidchen aus irgendeinem Flatterstoff angezogen. Sonst mag ich ja gerne auch körperbetonte Kleidung und freue mich, wenn die Taille erkennbar ist. Aber bei 37° im Schatten mag ich an der Taille nichts mehr enges haben- ein weites Viscosekleid mußte her.

Ich gebe ja zu, daß ich zunächst versucht habe, so etwas noch zu kaufen. Aber ich habe wieder mal die Erfahrung gemacht, daß wir Selbernäherinnen in den üblichen Kleidergeschäften nicht fündig werden. Ich habe nun mal eine bestimmte Erwartung an Schnitt, Stoff und Qualität, und diese Wünsche werden mit der Kaufkleidung nicht erfüllt.

In dieser Phase entdeckte ich den neuen Schnitt von Grainline Studio, den Felix Dress. Ich wußte sofort, das würde mein fehlendes Sommerkleid werden. Der Schnitt ist aber auch zu schön: im Oberteil so eine Art Fake-Wickelkleid, als besser gesagt mehr Fake als Wickel, da nichts überlappt und die breite Ausschnittblende einfach assymmetrisch festgenäht wird. Raffiniert finde ich die Form, wie der Rock angesetzt wird: die Taillennaht im Vorderteil ist  nach oben gerundet, im Oberteil etwas mehr als im Rockteil. Der Rock wird beim Einsetzen ganz leicht angekraust oder besser gesagt eingehalten, um die Mehrweite zu verteilen.
Quelle: Grainline Studio

Ich habe so eine Schnittform noch nie gesehen und finde es sehr interessant, daß dadurch so ein schöner Faltenfall im Vorderteil erreicht wird. Das Vorderteil ist dadurch etwas kürzer als das Rückteil, also Vokuhila, aber eben nur sehr diskret.

Ein schöner Schnitt braucht einen schönen Stoff, und den fand ich in meinem gutsortierten hauseigenen Stofflager. Felix benötigt einen Stoff mit viel  "Drape", also einer guten Fließeigenschaft, und das findet man eher bei Viscosestoffen. Ich habe eine buntgemustere Viscose gewählt, bei der sich rosa- und gelbfarbige Blüten auf einem mintfarbigen Untergrund tummeln. Der Stoff wartet schon länger auf seine Bestimmung. Gekauft habe ich ihn bei einem französischen Onlinestoffgeschäft, genaueres weiß ich leider nicht mehr. Wenn ich mich recht erinnere, war er mal für eine Bluse gedacht- wie schön, daß ich ihn dafür nicht genommen habe, denn jetzt wurde er zu meinem idealen Hochsommerkleid!

Das Felixkleid ist gefüttert, die Schnittanleitung auch so geschrieben. Natürlich kann man das Kleid auch ohne Futter nähen, ein schönes Beispiel dafür findet sich hier.

Aber irgendwie ist ja ein gefüttertes Kleid schon ein kompletteres Kleid, und es muß ja kein so ganz dickes Futter sein. Die üblichen Futterstoffe , die aus den bekannten Polydingensfasern bestehen, schieden sowieso aus, da schon der Gedanke an Polyester bei 35°  bei mir zu einem erneuten Schweißausbruch führte. Bei Grainline Pattern wurde ein Viscose-Futter empfohlen, was ich auch für eine gute Idee hielt. Leider gibt es Viskosefutterstoffe nicht an jeder Ecke...zum Glück war ich nach einem sehr nettenTelefongespräch mit einer Stoffhändlerin meines Vertrauens etwas klüger, und zwei Tage später erhielt ich ein Päckchen mit zwei möglichen Futterstoffen. Das Viscosefutter war schön, angenehm anzufassen, aber der andere Stoff war ein Traum: ein ganz zartes Stöffchen, aus Baumwolle und Seide. Die Temperaturen lagen auch an dem Tag, als das Päcken ankam, bei deutlich über 35°, deshalb war schon klar, welchen Stoff ich als Futter wählte, nämlich den zarten Seiden-Baumwollstoff. Ist es verwerflich, einen teuren Stoff als Futter zu nehmen? Ich finde eigentlich nicht-natürlich sieht man ihn normalerweise nicht von außen, aber ich habe ihn ja direkt auf der Haut, und das ist doch eigentlich viel wichtiger. Das Tragegefühl dieses Kleides ist jedenfalls unvergleichlich schön, es ist einfach eine Freude, sich dieses Kleid über zu ziehen.


Felix wird übrigens wirklich einfach übergezogen, das Kleid hat keinen Verschluss. Entsprechen "oversized" ist auch die Paßform. Ich habe Größe 8 genäht, das paßt mir bei Grainline sonst immer ganz gut.

 Auch wenn die ersten Anproben vielversprechend waren, muß ich im nachhinein sagen, daß mir das Kleid etwas zu groß geraten ist. Vor allem der Ausschnitt ist sehr tief.  In der Freizeit stört mich das nicht, so wie hier auf unserer Fahrradtour durch den Kraichgau. Ich hatte morgens ja noch ein Top unter dem Kleid getragen, nachdem es mittags aber dann so warm wurde, habe ich das ausgezogen und mich in dem luftigen Kleidchen zwar etwas overdressed, aber sonst sehr wohl gefühlt.
Der Armausschnitt ist etwas zu tief. Das ist auch das einzige, was ich an dem Schnitt kritisieren kann. Das Schnittmuster enthält verschiedene Variationen, mit kurzen Flügelärmeln, mit dreiviertellangen Ärmeln und eben ärmellos, und alle Variationen haben den gleichen Armausschnitt. Das kann nicht gut gehen, für die ärmellose Version wäre es besser, den Schulterpunkt etwas nach innen und den Armausschnitt nach oben zu setzen.
Ansonsten ist der Schnitt, wie gewohnt von Grainline, technisch perfekt. Alles paßt gut zusammen, die Beschreibung ist mehr als ausführlich und sicher auch anfängertauglich. Schwierig fand ich eigentlich nur die Technik, die Mehrweite am Rock einzuhalten und eben nicht einzukräuseln. Irgendwie habe ich es hinbekommen, aber ich würde bei der nächsten Fassung lieber ein oder zwei Kräuselfäden einziehen, das ist keine große Mühe und würde zumindest mir das Nähen sehr erleichtern.
 Die Bilder sind an einem schönen sonnigen Tag auf einer Fahrradtour durch den Kraichgau entstanden. Morgens war es recht frisch, deshalb hatte ich noch ein Top unter das Kleid gezogen. Und das wird wahrscheinlich auch die Variante sein, in der ich das Kleid am meisten in der Öffentlichkeit tragen werde, um die allzu offenherzigen Einblicke durch Ausschnitt und Ärmellöcher zu verhindern.

Die Bilder entstanden vort dem wilden Apfelbaum, den wir im Frühjahr schon mal fotografiert haben. Damals war er von Blüten und Bienen übersät, ich übrigens im Joni-Dress. Auch wenn die Vegetation ringsum sichtbar ausgetrocknet ist, trägt der Baum überreichlich Früchte. Für mich ist das Werden eines Apfels jedes Jahr von neuem ein Wunder, dieses Jahr aber besonders, wenn ich an die brutale Hitze zwischendurch denke.
Außer Apfelbäumen gibt es im Kraichgau natürlich auch noch viele andere landschaftliche Besonderheiten. Interessant finde ich immer wieder die Hohlwege, tief eingeschnittene alte Wegverbindungen in den lockeren Lössboden. Hier findet man eine ganz eigene Vegetation, vor allem wenn es sich um wenig begangene Wege handelt. So einen hatten wir auf dieser Radtour entdeckt. Die Radtour wurde dann kurzfristig zur Schiebetour, aber die besondere Stimmung im Hohlweg war uns das wert.

Zum Radfahren ist das Felixkleid wunderbar geeignet, vor allem bei Hitze. Ich hatte ja etwas Sorge, ob der zarte Futterstoff irgenwann bei einer unbedachten Bewegung reissen könnte, aber das Kleid ist weit genug, daß das nicht passieren kann. Und auch die Tatsache, daß es am Ende der Radtour einmal komlett durchgeschwitzt war und verknittert von einem kurzen Mittagsschläfchen auf einer Wiese, machten dem Kleid nichts aus.  Deswegen kann ich diesen Schnitt guten Gewissens als einen idealen Sommerschnitt weiter empfehlen!
verlinkt: Sewlala, DufürDichamDonnerstag, AWS.

Mittwoch, 1. August 2018

Shorts Sunset aus der La Maison Victor

Wie sehr beeinflußt die aktuelle Mode eigentlich uns Selbernäherinnen? Eigentlich müßte sie uns ja gar nicht beeinflussen. Da ich selber nähe, bin ich völlig unabhängig von den gerade aktuellen Modefarben und den angesagten Schnittformen, ich könnte mich ganz auf das konzentrieren, was mir steht und nur das nähen.

Andererseits lebe ich natürlich nicht in einem modefreien Umfeld. Tagtäglich sehe ich andere Frauen, die mehr oder weniger modisch angezogen sind, ich sehe Modestrecken in Zeitschriften und in den Auslagen der Geschäfte. Und so blieb mir nicht verborgen, dass zur Zeit die "paperbag waist" Hosen einen gewissen Modetrend darstellen, also Hosen, bei denen die Taille eingekraust ist und oberhalb der Kräuselung der Stoff noch etwas übersteht, so daß eben der Eindruck einer Papiertüte entsteht. Darüber wird dann noch ein Stoffgürtel getragen, gern mit Schleife vorm Bauch verschlossen.

Ehrlich gesagt fand ich diese Form der Taillenlösung anfangs ziemlich furchtbar...schon den normalen Gummizug in der Taille bei Hose oder Rocke empfinde ich als Notlösung, und dann das ganze auch noch betonen durch die das dicke Schlüppi vorm Bauch...als die ersten Schnitte dieser Art in den einschlägigen Schnittzeitschriften auftauchten, habe ich sie guten Gewissens ignoriert.
Aber dann kam die neue LaMaisonVictor, und die hatten eben dieses Schnittmuster der Shorts Sunset, was ich heute zeige. Schon im Heft fand ich die gezeigten Shorts toll, und mit meinem genähten Exemplar bin ich auch sehr zufrieden.
Schön finde ich an diesem Schnitt ja vor allem die Taschenlösung. Große Taschen in Hosen sind immer praktisch, in diesem Fall sehen sie auch noch gut aus und verwandeln sich im oberen Teil in Gürtelschlaufen.
Der verwendete Stoff ist ein Chambray, auf der einen Seite jeansblau mit kleinen orangenen Kreisen, die andere Seite einfarbig. Eigentlich ein sehr schöner Stoff, es gibt ihn nicht mehr, sonst hätte ich die Quelle verlinkt. Der Stoff lag schon eine Weile im Stoffstapel, eher nach unten gewandert über die Jahre, denn ich hatte ihn fast schon als Fehlkauf eingestuft. Muster und Farben gefielen mir zwar gut, aber der Stoff war  dünn und steif, hatte einen eigenartig starren Fall. Ich fand ihn bisher für alles ungeeignet, was Kleidung anging. Für diese Hose war er ideal. Auch wenn die LMV schreibt, der Schnitt wäre für alle Stoffe geeignet, glaube ich, daß der Papiertüten-Look besser mit einem etwas steifen Stoff erreicht wird.

Genäht ist die Hose wirklich schnell, da man sich  die zeitaufreibenden Dinge wie Reißverschluss und Bund spart. Ich habe Gr 36 genäht, da der Schnitt schon sehr "overzised" ist. Die Schrittkurve hatte ich etwas steiler gestellt, wäre wahrscheinlich bei diesem Schnitt gar nicht nötig gewesen. So eine richtige Paßform hat die Hose sowieso nicht.
Die Beschreibung in der LMV ist gut und ausreichend. Es gibt auch noch ein Video über das Nähen des Bundes mit dem Gummizug, aber das braucht man eigentlich nicht.
Zu einer Shorts mit dem schönen Namen Sunset braucht man natürlich ein Top mit ähnlichem tageszeitlichen Bezug, und deswegen habe ich mit das Top "Till Dawn" aus der Ottobre Woman 2 /2014 dazu genäht...na ja, nicht nur wegen des Namens, das fiel mir ehrlich gesagt erst beim Schreiben dieses Blogposts auf.

Tatsächlich hatte ich dieses Top in der Ottobre bisher völlig übersehen, dabei ist es ein sehr schöner Basic-Schnitt. Ein ärmelloses Top, die Schultern breit genug, um den BH Träger zu verdecken, der Ausschnitt ein ganz sanft geschwungenes V. Der obere Teil ist gedoppelt, gerade bei dem weißen Viscosejersey eine gute Sache, damit nicht gleich alles durchscheint. Die Verarbeitung in Heft klingt etwas umständlich, da die Verarbeitung von Ärmel- und Halsausschnittkanten wie bei Webstoffen durchgeführt wird, also mit Geradstich genäht und untersteppt. Obwohl ich es sonst nicht so mag, wenn Jersey wie Webstoff behandelt wird, habe ich es in diesem Fall einfach mal probiert, mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, denn die Abschlüsse sehen sehr schön glatt aus. Der gedoppelte innere Teil erhält als Abschluss ein Framilonband und sitzt dadurch gut unter der Brust.

Genäht habe ich Gr 36, die Armausschnitte um ca 2 cm nach unten vergrößert und die Länge um einiges gekürzt. Im Heft ist das Shirt in einer Tunika-Länge- auch schön, ich wollte es aber in der normalen Shirtlänge, damit ich es in den Bund von Hosen oder Röcken stecken kann.
Mit diesem sommerlichen Outfit reihe ich mich in die Schar der gutangezogenen Frauen des Memademittwoch ein. 
weitere Verlinkungen: Afterworksewing, Sewlala