Mittwoch, 5. Dezember 2018

Jupe Berlin von Orageuse als Proberock

Erster Mittwoch im Dezember, und wieder ein Memademittwoch! Zum letzten Mal wird unsere Mittwochs-Nähparty von einem Mitglied des "alten" Teams moderiert. Mit einem weinenden Auge, weil wir uns vom bewährten Team verabschieden müssen, aber auch mit einem lachenden, weil es mit den " Neuen" so nahtlos weitergeht - tschüss Sybille, danke für Deine langjährige Tätigkeit für den MMM, und herzlich willkommen, Sylvia!

Heute zeige ich einen Rock nach dem Schnittmuster Jupe Berlin des französischen Schnittmuster-Labels Orageuse. Ich möchte diesen Rock als Weihnachtsrock nähen, über die Gründe dafür und meine Stoffauswahl habe ich hier berichtet.

Ich habe mir den Schnitt wie immer plotten lassen- zum Ausdrucken von drölfzig PDF-Seiten fehlt mir die Zeit und vor allem die Geduld. Die Größenwahl war nicht weiter schwierig, nach meinen Massen passe ich recht gut in die Gr 40 des französischen Labels. Leider sind in der Schnittbeschreibung  nicht die Maße des fertigen Kleidungsstückes angegeben, es heißt nur, daß der Rock "fitted" wäre im Taillen- und Hüftbereich, also eng geschnitten.

Wie eng, ahnte ich, als ich zur Orientierung den Schnitt ausgemessen habe. Es war etwas schwierig mit dem Ausmessen, da der Formbund wirklich sehr rund geschnitten ist, aber ich kam auf eine Bequemlichkeitszugabe von maximal 1-2 cm im Taillenbereich- hm, ob das mit genußvollem Weihnachtsessen so gut vereinbar ist?
Und die Form des Bundes fand ich auch sehr ungewöhnlich, sehr rund- ich erinnerte mich aber dann, daß ich auch mal versucht hatte, einen Formbund aus meinem Grundschnitt zu konstruieren. Das Ergebnis sah auch so ähnlich aus, sehr rund- ich hatte damals meinem Entwurf nicht getraut und ihn wieder verworfen, weil er in meinen Augen so ungewöhnlich aussah und ich das nicht so kannte von den fertigen Schnittmustern.

Ich hatte mir dann überlegt, den Schnitt in der Taille in Gr. 42 zu nähen und zur Hüfte hin zur Gr. 40 zu gradieren. Da ich mir aber dann doch unsicher war mit der Paßform, wollte ich ein Probemodell nähen.
Ich nähe sonst nicht so oft Probemodelle. Meistens hilft mir der Abgleich mit meinem Grundschnitt und das Ausmessen der Schnittmusterteile, die gröbsten Fehler zu vermeiden. Das übrige versuche ich dann bei den Anproben zu ändern- gelingt mir mal mehr, mal weniger. Sicher wäre es besser, konsequent mit Probeteilen zu arbeiten, diese anzupassen und dann erst die endgültigen Stoffe anzuschneiden...im nächsten Leben werde ich eine ganz ordentliche Näherin, versprochen!
Suchbild: wo ist die Katze?

Aber in diesem Fall sollte es einen Proberock geben. Und da das Schnittmuster auch noch eine kurze Version beinhaltet, bot sich das für das Musterstück an. Nur aus welchem Stoff? Ich musterte mein Stofflager...natürlich gab es da genug Webstoffe, die in Frage kamen, aber das sind eigentlich alles sehr schöne Stoffe, die ich für so ein Experiment mit ungewissem Ausgang nicht opfern wollte.

Aber da war dann dieser Stoff, ungeliebt, ganz unten im Stapel. Ein wirklich eigenartiger Stoff, er ist nämlich Patchwork, also echt aus Quadraten zusammengesetzt. Gekauft hatte ich ihn mal in einem kleinen Stoffgeschäft mit einer sehr netten Inhaberin, mit der ich mich gut und nett unterhalten hatte. So nett, daß ich irgendwann das Gefühl hatte, den Laden nicht ohne einen Stoffkauf verlassen zu können. Nun ist es ja für mich meistens kein Problem, einen Stoff in einem Stoffladen zu finden (das Problem ist dann eher, nur einen Stoff mitzunehmen...) aber in diesem Fall war die Auswahl des Ladens so eigenartig, daß nur dieser Stoff in Frage kam. Er gefiel mir wegen der Farben, über die eigenartige Machart habe ich dann hinweggesehen. Und ich dachte wohl schon beim Kauf an einen Rock, jedenfalls habe ich nur einen guten Meter mitgenommen.
wie war das nochmal mit dem Segel?

Ich habe dann den Bund zugeschnitten, genäht und mit den Rockteilen zusammengeheftet,  das schien mir ausreichend für eine Paßformkontrolle. Das Zuschneiden war mit dem Stoff schon schwierig, da mir die abgesteppten Nähte ständig im Weg waren. Die Karos stellten sich auch als nicht so ganz symmetrisch heraus- aber egal, es sollte ja nur ein Probeteil werden.
Also zusammengeheftet, Reißverschlußschlitz mit Stecknadeln gesteckt und vor den Spiegel gestellt. Und- der Rock gefiel mir! Mir gefiel das Muster, die Farben, zufälligerweise hatte ich auch bei der Anprobe ein türkisfarbenes Top an, ich fand das alles richtig toll. Damit war die Entscheidung klar, ich wollte  diesen Rock fertig nähen und tragen.
Zum Glück fand sich auch noch passendes Futter und ein Reißverschluß im Vorrat, und so war der Rock dann bald fertiggestellt.

Wer diese lange Vorrede zur Entstehungsgeschichte des Rockes bis hierhin geschafft hat, wird jetzt noch mit einigen Informationen über den Schnitt belohnt:
der Berlinrock ist vom Schnitt her ein Bleistiftrock, der in der natürlichen Taille sitzt. Er hat eine markante Taschenkonstruktion, bei der der Eingriff teilweise von einer schräg verlaufenden Falte verdeckt wird. Die Taschen stehen beutelartig etwas nach außen ab, so daß fast eine Tulpenform des Rockes erreicht wird. Der Schnitt enthält zwei Längenvariationen, von denen ich heute die kurze zeige. Der Originalschnitt enthält auch noch Gürtelschlaufen und eine breite Schärpe, das habe ich für diesen Rock weggelassen. Verschlossen wird der Rock mit einem nahtverdeckten Reißverschluss in der hinteren Mitte. Er ist gefüttert, es gibt einen extra Futterschnitt im Schnittmuster.

Das Nähen des Rockes war unproblematisch, die Beschreibung gut und ausreichend. Die Arbeitsanleitung gibt es auf französisch und englisch.
Der Rock ist kurz- so wie ich es zeige, ist es die Originallänge des Rockes, denn ich bin wie im Schnitt auch angegeben 1,68m groß. Mit Strumpfhose darunter habe ich mit der Länge oder besser gesagt Kürze keine Probleme. Der Rock hat keinen Schlitz und ist eng, da er so kurz ist, kann man sich aber halbwegs darin bewegen. Fahrradfahren habe ich noch nicht probiert, könnte aber schwierig werden.

Der Bund sitzt gut, dürfte aber nicht enger sein. Im Sitzen schneidet die obere Bundkante in den Bauch ein. Vermutlich wird sich das aber noch beim Tragen weiten, so jedenfalls meine Erfahrung auch mit den verstärkten Bünden.
es immer gut, eine Assistentin beim Fotografieren dabei zu haben!

Trotzdem habe ich beschlossen, bei meinem Weihnachtsrock den Bund an der oberen Kante um 1 cm zu erweitern. Es soll ja schließlich auch noch das Weihnachtsessen rein passen!
Ich freue mich jetzt schon sehr, die wadenlange Version für Weihnachten zu nähen, und bin sehr gespannt auf meinen Weihnachtsrock!
Alle anderen Teilnehmer des Memademittwochs finden sich hier !

verlinkt: Sewlala

Sonntag, 2. Dezember 2018

WKSA 2018 Projektvorstellung - mein Weihnachtsrock!

Quelle: Orageuse

Das erste Treffen des Weihnachtskleid-Sewalongs habe ich geschwänzt. Nicht nur aus Zeitmangel, sondern weil ich mich einfach nicht entscheiden konnte, welche Kleider in die engere Wahl kommen sollten.
Es ist jetzt für mich das dritte Mal, daß ich mit meinem Blog am kollektiven Weihnachtskleidernähen teilnehme, und in den letzten beiden Jahren habe ich jeweils für mich aufwendige Projekte genäht, Webstoffkleider mit schwieriger Schnittanpassung (Dahlia von Colette) oder im letzten Jahr zwei selbstkonstruierte Kleider.
Das ist mir auch alles halbwegs gelungen, aber eines hatten diese Weihnachtskleider gemeinsam: sie wurden nach Weihnachten nicht mehr getragen. Nun könnte man natürlich argumentieren, daß sie ja  deswegen Weihnachtskleider heissen, weil sie an Weihnachten getragen werden und damit ihr Verfallsdatum erreicht haben.Weihnachtsplätzchen werden ja schliesslich auch nur in der Weihnachtszeit gegessen. Kein Mensch käme auf die Idee, an Ostern Zimtsterne zu backen.
Aber von so einem Kleid, in dem ja viel Arbeit steckt, würde ich mir halt doch wünschen, daß ich es auch nach den Festtagen noch gerne trage. Ich glaube, das Problem liegt vor allem darin, daß Webstoffkleider im Winter nicht in mein Leben passen. Im Sommer trage ich gerne ärmellose Kleider aus gewebten Stoffen, aber im Winter sind es überwiegend Kleider aus dehnbaren Stoffen wie Sweat oder Jaquard, in denen ich mich wohlfühle. Ein Webstoffkleid mit langem Arm engt mich in meiner Bewegungsfreiheit ein. Vielleicht  habe ich auch einfach den idealen Schnitt für mich noch nicht gefunden.
Sehr gerne trage ich aber auch in der kalten Jahreszeit Röcke, gern mit Shirt oder auch einem Sweatshirt kombiniert. Und so habe ich micht entschieden- dieses Jahr nähe ich mir einen Weihnachts-Rock!
Quelle: Orageuse

Die Schnittauswahl war dann gar nicht so schwierig, denn seit dem letzten Jahr wartet hier der Rock Berlin von Orageuse auf seine Fertigstellung.
Berlin ist von der Form her ein enganliegender Rock, fast wie ein Bleistiftrock, wobei aber die enge Form durch zwei etwas nach außen aufstehende Taschen gemildert wird. Der Tascheneingriff wird jeweils duch eine Falte verdeckt. Das Schnittmuster sieht zwei Längenvariationen vor, einmal eine Midilänge mit Schlitz im Vorderteil, zum anderen eine Minilänge.

Ich wollte den Rock schon im letzten Jahr nähen und hatte dafür einen braun-blau gemusterten feinen Tweed beim örtlichen Stoffgeschäft gekauft. Der Stoff hat einen Wollanteil, auch etwas Seide,wenn ich mich recht erinnere, und wohl auch Polyester. Jedenfalls ist er schön weich und fällt gut. Im letzten Jahr habe ich den Nähplan nicht umgesetzt, kamen wohl andere Projekte dazwischen, die mich dann mehr interessierten. Aber jetzt ist die Gelegenheit da,  jetzt wird ein Weihnachtsrock genäht!
Schön wäre dazu natürlich auch eine passende Bluse. Vielleicht die aus der neuen La Maison Victor, mit der spannenden Knopfleiste?
Quelle: La Maison Victor

Aber wahrscheinlich nähe ich mir dann doch noch ein Kleid, allerdings aus Baumwolljaquard. Ich würde gerne das Kleid Lola von Victory Pattern nähen und habe dafür einen Baumwolljaquard von Albstoffe (hier bezogen). Das ist ein traumhafter Stoff, so weich und kuschelig, daß ich fürchte, ich werde dieses Kleid nie wieder ausziehen, wenn ich es dann mal fertig gestellt habe..

Quelle: Victory Patterns

Ich gebe zu, daß Lola jetzt nicht gerade ein festliches Kleid ist. Aber Weihnachten hat doch  so viele Tage, an denen man dann eher zu Hause rumschlumpft...dafür kann ich mir diesen Schnitt gut vorstellen. Und vielleicht nähe ich ja noch ein Glitzerbündchen an, für den Weihnachts-Touch!

Jetzt schaue ich aber erst mal, für welche Projekte sich die anderen entschieden haben. Meine Nichte Katharina vernäht einen Traumstoff zu einem wunderschönen Knipkleid, und wie schön, daß jetzt Elke im Memadeteam ist!
Alle anderen Projektvorstellungen des  WKSA finden sich hier !


Samstag, 24. November 2018

Novemberwettersewalong: Finale mit Heather von Sewoverit


Bei Novemberwetter stellt man sich ja eher trübes Wetter vor, neblig, kühl, Regen, Tristesse überall...davon war in diesem November nichts zu spüren. Rein wettertechnisch waren wir ja lange auch mit milden Temperaturen verwöhnt (oder mit Trockenheit gestraft, je nach Blickpunkt...) - und die Tristesse kam nicht auf, da es einen Sewalong gab, den Frau Küstensocke dankenswerterweise organisiert hat.

Höhepunkt des Sewalongs war das Bloggerinnnen-Treffen am letzten Wochenende in Hamburg, zu dem ich im Nachrückverfahren noch ein Plätzchen ergattert hatte. Auch ich  bin noch etwas ermattet ("geflasht", wie es so schön auf neudeutsch heißt) von den vielen Eindrücken des Wochenendes. Was war denn jetzt am Schönsten an diesen beiden Tagen, was war so besonders? War es das tolle Wetter mit viel Sonnenschein, mit dem uns die Hansestadt empfangen hat? Die vielen lokalen Eindrücke, die ein absolut sympathischer Stadtführer uns über das Hamburger Schanzenviertel vermittelt hat? der informative Fotoworkshop von Frau Küstensocke? oder doch das tolle Essen?
Ich könnte diese Aufzählung noch etwas fortführen, aber für mich hat sich im Nachhinein ein absoluter Höhepunkt heraus kristallisiert, der aber ganz unspektakulär daherkam...für mich war das schönste am Bloggertreffen die erste halbe Stunde, die Begrüßung.

Wie viele andere hatte ich eine längere Anfahrt nach Hamburg, erschwert durch die wohl unvermeidlichen Verspätungen der Bahn. Das nächtliche Hamburg empfing mich mit eisigen Winden, und ich war froh, als ich die richtige Buslinie in mein Hotel  gefunden hatte. Am nächsten Morgen ging dann die Reise ins Unbekannte weiter, wieder Busfahrt, dann ein Fußmarsch zur angegebenen Adresse...ich befand mich jetzt mitten in der alternativen Szene im Schanzenviertel. Die  angegebene Hausnummer gehörte zu einem Cafe neben der Roten Flora- ich gebe zu, daß ich als normaler Hamburg-Tourist dieses Cafe vermutlich nicht betreten hatte.

Aber dann: aus dem ersten Stock des Cafes kam Stimmengewirr- viel Stimmengewirr. Ich ging hinauf, und wurde gleich von warmer Atmosphäre umfangen. Ich kannte durchaus nicht alle der Anwesenden, aber einige- und war sofort mit so netten Gesprächen umfangen, daß ich gar nicht wußte , wo ich mich als nächstes hinwenden sollte. Und dieses Gefühl der Gemeinsamkeit ließ mich sofort alle Unbillen der Herfahrt und auch den Stress der Arbeitswoche vergessen. Natürlich ist es immer toll, wenn man Menschen trifft, mit denen man gemeinsame Interessen hat. Ich vermute mal, daß es genau so toll gewesen wäre, wenn ich ein Treffen der Kaninchenzüchter in Buxtehude besucht hätte- vorausgesetzt, daß ich auch voller Begeisterung Kaninchen züchten würde. Aber da ich das eben nicht tue, sondern nähe, war diese wohlige Gemeinschaft der Näherinnen das , was mich wieder unglaublich gefreut und auch beeindruckt hat. Dieses Gemeinschaftsgefühl war dann das, was sich für mich wie ein roter Faden durchs Wochenende durchzog. Leider konnte ich dann doch nicht mit allen ausführlicher reden, wie ich es ursprünglich mal vorgehabt habe, dafür hat die Zeit dann doch nicht gereicht. Aber es war einfach ein tolles Wochenende, danke an die Organisatorinnen Küstensocke und die fesche Lola!

Ich hatte im Rahmen des Novemberwetter-Sewalongs schon zwei Kleidungsstücke genäht. Einmal den Kelly-Anorak von Closet Case, den ich hier im Blog gezeigt habe. Der Anorak ist eines der schönsten Teile , die ich bisher genäht habe. Ich trage ihn jeden Tag, wobei die Temperaturen jetzt doch fast zu kalt dafür werden. Mit einer Wolljacke oder einem Wollpulli darunter geht es aber.
Mit dem Eliott-Sweater von Helens Closet, hier im Blog besprochen, fremdele ich immer noch etwas. Der Wollstoff ist für drinnen zu warm, draußen ist der Schnitt mit dem langen Seitenschlitz nicht winddicht genug. Ich hoffe, es ergibt sich noch ein Temperaturfenster, bei dem ich den Pulli gerne trage!

Und heute zeige ich noch ein Kleid, das ich mir fürs Bloggertreffen genäht habe. Natürlich hatte ich nichts anzuziehen für Hamburg, das habe ich aber leider erst zwei Tage vor der Abreise gemerkt. Da war die Auswahl an möglichen Modellen nicht mehr sehr groß, aber so ein Sweatkleid geht ja immer, das näht sich wirklich ganz rasch.

Ich zeige heute meine neue Version von Heather von Sewoverit. Heather hatte ich schon zweimal genäht. Die erste Version trage ich immer noch sehr gerne, auch wenn ich mit der Paßform nicht so ganz zufrieden bin. Meine zweite Heather war ein Versuch, die Paßform zu verbessern, das war mir damals wenig gelungen und dieses Kleid ist mir zu eng, wurde deshalb auch wenig getragen.
Jetzt hatte ich mir den Schnitt nochmal rausgesucht und etwas gebastelt. Das Hauptproblem mit der Paßform war , wie so oft bei mir, die Schulterpartie. Ich habe die Schultern etwas schräger und höher gestellt, der Originalschnitt hat sehr gerade Schultern. Den Schulterpunkt habe ich nach innen gerückt und Vorder- und Rückenteil etwas verschmälert. Die Ärmel habe ich etwas erweitert, dann paßte auch der Umfang der Armkugel wieder in den Armausschnitt. Am Rücken habe ich das Mittelteil um ca 2cm in der Taille gekürzt und die äußeren Rückenteile entsprechend angepaßt. Alles eigentlich keine großartigen Veränderungen, aber mit dem Ergebnis bin ich doch recht zufrieden, so kann ich mit dem Schnitt gut leben (wobei sicher immer noch nach oben Luft für die Anpassung ist).

Ich finde den Schnitt immer noch sehr gelungen. Mir gefällt, wie die Taschen in den geschwungenen Teilungsnähten integriert sind, und wie sich die Rundung der Teilungsnähte an der Seite verbindet.
Mein Stoff ist ein Sweat von Seeyouatsix, eine von diesen sympathischen belgischen Stofffirmen. Ich war mir beim Nähen nicht sicher, ob mein Design nicht doch zu sehr an eine Kittelschürze erinnert, mit den Karos...Melanie von 500daysof sewing hatte den gleichen Stoff in grün beim letzten MMM zu einem Sweatshirt vernäht, da kam dann die Assoziation mit dem YPS-Känguruh auf...vielleicht gibt es noch andere Meinungen zu dem Karomuster??

Diese Pose habe ich auf dem Fotoworkshop von Frau Küstensocke gelernt. Motto: sei ein Segel, keine Säule! Wir hatten zumindest Spaß damit beim Foto-Shooting.
Alle anderen Finalisten des Novemberwettersewalongs könnt Ihr hier bewundern. Mir hat der Sewalong viel Freude bereitet, danke an Frau Küstensocke für die Organisation und die Idee!

zwar nicht Hamburg, sondern Hessen...trotzdem schöne Novemberstimmung!
verlinkt: AWS Sewlala

Montag, 12. November 2018

Elliot Sweater von Helens Closet

"Auf der Zielgeraden- Hamburg wir kommen!" so ist das Motto des aktuellen Treffens des Novemberwetter-Sewalongs von Frau Küstensocke.
Ich hatte ja große Pläne gehabt für diesen Sewalong. Neben dem Kelly-Anorak wollte ich mir noch eine Hose nähen, ein Kleid, einen warmen Pulli...so war meine optimistische Ankündigung vor einigen Wochen. Natürlich habe ich davon nur einen Bruchteil verwirklicht, wie das immer so ist mit den guten Vorsätzen.

Der Anorak ist fertig und ja wirklich schön geworden, der wird mich auf meine Reise nach Hamburg begleiten. Für die geplante Hose habe ich immerhin schon zwei Stoffe hier liegen, auch schon zwei Schnitte. Also es sollen dann wohl eigentlich zwei Hosen werden- irgendwann.
Das Kleid Felix von Grainline habe ich gedanklich auf den nächsten Sewalong geschoben, den Weihnachtskleid-Sewalong, da paßt es irgendwie besser hin.
Aber einen Erfolg kann ich heute noch vorweisen, der Pulli ist fertig! Ich habe den neuen Schnitt von Helens Closet genäht, den Elliot Sweater.

Elliot ist ein Raglanschnitt, der in verschiedenen Variationen genäht werden kann: als kurzer Pulli, als Shirt und als Pulli mit Seitenschlitz und einem deutlich verlängerten Rückenteil, sozusagen Vokuhila extrem. Diese Version fand ich auf den Bildern der Designerin am schönsten, und so habe ich diese genäht.

Mein Stoff ist ein weicher Strickstoff, halb Wolle, halb Baumwolle. Bezogen habe ich ihn hier, aktuell gibt es ihn aber offensichtlich nicht mehr. Er ist marine-weiß gestreift, das fand ich so passend für Hamburg im November.

Der Plan war ja auch gut, allerdings hat mir das diesjährige Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Schon beim Zuschneiden des Pullis letzte Woche kamen mir Bedenken, ob der Stoff nicht etwas zu warm werden würde. Ich habe mich deshalb auch nur für den halbhohen Rollkragen entschieden, es gibt auch noch eine Version mit einem doppelt so hohen Kragen, in den man sich dann so richtig einkuscheln kann.

Aber wer will sich in einen Rollkragen mit hohem Wollanteil einkuscheln, wenn draußen das Thermometer fast 20° anzeigt?
Das war eines meiner Probleme, als wir die Bilder für diesen Blogbeitrag am Sonntag aufgenommen haben. Bei Beginn der Wanderung hatte ich zwar noch Pull , Schal und Anorak getragen, mich aber dann rasch aller möglichen Schichten entledigt- es war einfach zu warm. Den Pulli habe ich ausgezogen, nachdem die Bilder gemacht waren.

Das andere Problem war, daß mir eine Schafherde, auf die wir bei der Wanderung trafen, absolut die Show gestohlen hat. Ich hatte den vierbeinigen Wolllieferanten ja nur eine Statistenrolle beim Foto-Shooting zugedacht, mein Fotograf aka Ehemann sah das anders, fokussierte lieber die Schafe und hatte am Ende viel mehr Bilder von den Tieren als von mir gemacht. Er hatte allerdings auch schon vorher angekündigt, daß ihm der Pulli überhaupt nicht gefallen würde.
Ich muß aber auch zugeben, daß die Schafe schon süß waren. Mittendrin ein Esel- ist das nicht ein wunderschöner Kerl?

Meine Meinung über den Pulli ist noch nicht so eindeutig. Einerseits finde ich den Stil mit dem langen Rückenteil ganz witzig- andererseits paßt es nur zu engen Hosen, und durch den Schlitz zieht der Wind ganz schön rein. Bei Kälte wird mich das sicher stören. Die Ärmel habe ich übrigens verlängert, die sind im Original nur Dreiviertel-Ärmel.
Aber es wäre auch kein Problem, den Schnitt so zu ändern, daß er etwas klassischer wird. Der Schnitt sieht ja auch noch eine kurze Version vor, die über Röcken und taillenhohen Hosen sicher gut aussieht. Und das lange Rückenteil und der Schlitz läßt sich nach Belieben kürzen.

In jedem Fall ist Elliott ein sehr gelungener Pulloverschnitt mit einer schön geschwungenen Raglannaht. Im Vergleich zum Linden-Sweatshirt von Grainline ist der Halsausschnitt deutlich höher, die Weite ist ähnlich.

Genäht habe ich Elliott übrigens in der Größe M. Die Arbeitsanleitung ist wunderbar ausführlich, ich habe sie aber kaum gebraucht, da der Schnitt keine besonderen Anforderungen stellt und an einem Nachmittag gut genäht werden kann. Genäht habe ich größtenteils mit einem Elastikstich meiner Nähmaschine anstatt der Overlock, weil ich an der Nähmaschine den Obertransportfuß einsetzen kann. Bei dickeren Stoffen mache ich damit gute Erfahrungen, insbesonder wenn auch noch Streifen halbwegs passend zusammen genäht werden sollen.

Jetzt bin ich aber doch gespannt, wie weit die anderen Teilnehmer des Sewalongs sind. Sicher gibt es viele tolle fertige und fast fertige Teile zu bestaunen- der blaue Mantel von Frau Küstensocke ist jedenfalls absolut genial!
verlinkt: Novemberwettersewalong, Afterworksewing, Sewlala

Dienstag, 6. November 2018

Herbstanorak: Kelly von ClosetCase

Darf ich vorstellen: mein neuer Herbst-Anorak! Das Schnittmuster ist Kelly von ClosetCase Patterns- ein vielgenähter und schon vielbesprochener Schnitt. Zu Recht, wie ich finde, denn der Schnitt ist schon sehr schön. Er hat viele Elemente eines typischen Parkas, also Reißverschluß, Druckknöpfe und eine Kapuze. Das typische Design von Kelly ist aber die Silhouette: ein eher körpernaher Schnitt mit geraffter Taille, und dann diese genialen Taschen mit der schrägen Taschenklappe.
Die Taschenklappe ist natürlich nur Fake, sie dient nicht zum Öffnen von irgendetwas. Bei meiner ersten Kellyversion fand ich das beim Nähen eher eigenartig und hatte mir eigenlich fest vorgenommen, das bei der nächsten Version zu ändern. Es wäre ja kein Problem, daraus eine richtige Taschenklappe zu machen,  diese Variante wird auch auf dem Blog von Closet Case besprochen. Dann wäre die Tasche auch bedeutend wasserdichter, denn so ist sie nach oben offen, und natürlich würde es hineinregenen, wenn man denn im Regen mit Kelly unterwegs wäre.

Ich hatte mir bei meiner Planung auch überlegt, diese ganze Tasche, die ja als aufgesetzte Tasche konstruiert ist (nennt sich glaube ich Blasebalgtasche) durch eine Paspeltasche zu ersetzen, oder eine Reißverschlußtasche.... Zum Glück habe ich alle diese Pläne nicht umgesetzt. Es ist so ein angenehmes Gefühl, mit den Händen in diese offenen Taschen hinein zu schlüpfen- deshalb gibt es auch kein Foto, auf dem meine Hände nicht in der Tasche sind .
Also, der Anorak hat Taschen. Er hat auch eine Kapuze, die freundlicherweise so gestaltet ist, daß sie recht weit nach vorn geht und auch ein Brillenträger Chancen auf einen gewissen Regenschutz  hat. Sie ist dreiteilig und sitzt vermutlich auch deswegen so gut.
Ich habe für meinen Herbstanorak einen wasserabweisenden Stoff gewählt. Es handelt sich um den Bibernylon von Stoff und Stil- ein Stoff, von dem ich nach wie vor begeistert bin . Es ist eine Mischung aus Nylon und Baumwolle mit einer beschichteten Seite, auf der das Wasser abperlen kann. Der Stoff ist nicht wasserfest wie für eine "richtige" Funktionsjacke, aber das muß er ja auch nicht sein. Ich habe nicht vor, in diesem Anorak eine längere Wanderung bei strömendem Regen zu unternehmen, denn dann würde ich wirklich meine Funktionsjacke anziehen.

Dieser Anorak ist für die Wetter-Unbillen des hiesigen Herbstes gedacht, und dafür hat er sich bisher gut bewährt. Wir hatten ja wirklich einige Regenschauer letzte Woche, bei denen ich die Kapuze gut testen konnte. Das Warmhaltevermögen ist auch gut, dank einer Zwischenschicht von Thinsulate, die ich zwischen Futter und Hauptstoff gebastelt habe. Alle Einzelheiten zur Materialauswahl hatte ich hier schon mal näher beschrieben.

Das Futter ist mein Lieblings-Detail an diesem Kelly-Anorak. Es ist ein Liberty-Stoff, der auf dunklem Hintergrund etliches Meeresgetier zeigt. Ich liebe Libertystoffe und kaufe sie immer wieder mal, meistens mit dem Gedanken, daraus Blusen oder Kleider zu nähen. Etliche davon enden allerdings bei mir als Futterstoffe- man mag das als Verschwendung bezeichnen, aber ich sehe es nicht so. Die Freude, die ich beim Anziehen eines solchermaßen gefüttertetn Kleidungsstückes habe, wiegt für mich alles andere auf. Und darin unterscheidet sich auch ein selbstgenähtes Kleidungsstück von der Konfektion, finde ich, daß man auf solche scheinbaren Nebensächlichkeiten wie ein Futter viel Liebe verwenden kann.

 Die Ärmel sind natürlich mit einem normalen Futterstoff aus dem Vorrat gefüttert, sonst flutscht es nicht beim Anziehen. Schwarzer Futterstoff wäre schöner gewesen, war aber nicht vorrätig, deshalb dunkelblau. Sieht ja zum Glück keiner, wenn man nicht gerade den Anorak mit der linken Seite nach außen auf die Schneiderpuppe hängt und diese in den Garten stellt.

Auf die Innentaschen war ich ja eigentlich sehr stolz, denn ich habe selten so perfekte Paspeltaschen produziert wie bei dieser Jacke. Leider ist die Lokalisation der Taschen zumindest gewöhnungsbedürftig...sie sind viel zu hoch gerutscht. Keine Ahnung, was ich mir bei der Planung gedacht hatte! Der Tascheneingriff ist jetzt kurz unterhalb meiner Schlüsselbeine...wie gesagt, gewöhungsbedürftig.

Das Futter, das eine eindeutige Richtung hat, habe ich verkehrt herum zugeschnitten, alle Meeresgetiere stehen jetzt Kopf. Das habe ich schon im letzten Beitrag des Novemberwetter-Sewalongs gebeichtet-zum Glück gab es so viele freundliche Kommentare dazu, ist vielleicht wirklich nicht so schlimm.

Das Thema des aktuellen Treffens des Novemberwetter-Sewalongs heißt ja eigentlich : " hilfe, bei mir reißt der Faden!" Nun, der Faden ist mir zumindest nicht gerissen bei meinem Nähprojekt, lediglich eine Nadel zerbrochen. Das lag aber daran, daß ich über den Metallreißverschluß genäht habe, war also keine Überraschung.

Das Nähen des Kelly-Anoraks ist nicht schwierig. Es gibt eine hervorragende Anleitung und dazu noch einen Sewalong auf der Website, da bleiben keine Fragen offen. Für das Futter gibt es einen Extra-Schnitt, den man dann allerdings auch kaufen muß.

Ich nähe ja ausgesprochen gerne Indie-Schnittmuster. Der Grund ist, wie ich mittlerweile einsehe, vor allem Bequemlichkeit. Natürlich gibt es in den einschlägigen Nähzeitschriften genauso wunderbare Schnitte, kein Schnittdesigner kann das Rad neu erfinden. Einen ähnlichen Parka wie Kelly gab es vor einigen Jahren in der Ottobre, wobei der Ottobre Schnitt dann doch nicht so schick war wie der von Closet Case...
Ich habe mir ja schon Gedanken gemacht, ob ich durch das häufige Nähen von Indie-Schnittmustern nicht zu verwöhnt werde. Man lernt schon mehr, wenn man sich durch unverständliche Knip- oder Burdaanleitungen durchkämpfen muß. Und so einen Jackenfutterschnitt selbst zu konstruieren, ist natürlich kein Hexenwerk, sondern dafür gibt es Anleitungen. Aber das kostet dann alles wieder Zeit, und das ist das, was mir im Augenblick das Wertvollste ist.

Und so ist der Plan, mal irgendwann, wenn ich beruflich weniger eingespannt bin, alle die tollen selbstkonstruierten Kleidungsstücke zu nähen, die mir so oft durch den Kopf gehen. Bis dahin halte ich mich einfach an die Indie-Schnitte!

Die Ärmel bei der gefütterten Kelly-Version sind übrigens weiter als die bei der ungefütterten Version, und die Armmanschetten wurden weggelassen. Beim Nähen hatte ich nur etwas Schwierigkeiten beim Verstürzen des Halssausschnittes mit der Kapuze, da hatten sich wohl die Kanten trotz Stütznaht etwas ausgedehnt. Ich hatte die Naht zweimal wieder aufgetrennt und dann die restlichen Fältchen gelassen- das soll einfach so.

Mein Anorak ist komplett mit Thinsulate gefüttert, darüber bin ich auch sehr glücklich. Er wärmt recht gut und ist vor allem sehr gut winddicht. Beim Fahrradfahren wurde er schon ausgiebig getestet, und ich fand ihn bei den jetzigen Temperaturen fast schon zu warm. Vielleicht schwitze ich auch deswegen leicht darin, weil die Zwischenschicht ja aus Polyester besteht. Aber alles besser, als beim Radeln zu frieren!

Das Thinsulate trägt natürlich auf, die Dicke von 0,7cm verschwindet nicht so ohne weiteres. Dadurch macht der Anorak nicht wirklich einen schlanken Fuß, aber im Novemberwetter kommt es darauf sicher nicht an.
Ich trage den Anorak seit seiner Fertigstellung übrigens jeden Tag und er bewährt sich hervorragend im Alltagsleben.
Unter dem Kelly-Anorak trug ich auf dieser Radtour ein Kleid nach dem Schnittmuster Heather von Sewoverit, das ich hier schon mal im Blog gezeigt habe. Ich mag das Kleid immer noch gerne, auch wenn ich die Paßform an mir nicht optimal finde. Im Alltag stört das erwartungsgemäß weder mich noch andere.
Und was hier noch zum Vorschein kommt, ein gestricktes Jäckchen, das wollte ich ja eigentlich gar nicht zeigen. Aber zum Schluß unserer Foto-Session am Main bat ich dann doch den Fotografen, noch einige Bilder von der Jacke zu machen, dieser Bitte kam er gerne nach.
Es ist eine schlichte glattgestrickte Jacke, das Modell heißt Kitten und ist aus dem Heft Smoulder  von Kim Hargreaves, die Wolle die originale im Heft empfohlene von Rowan.
Ich habe dieses Jäckchen schon vor langer, langer Zeit begonnen. Wann genau, kann ich nicht mehr sagen...aber es war ein Frühjahrsjäckche -Knitalong auf dem Memademittwoch, der mich damals zum Stricken animiert hatte. Der letzte MMM-Knitalong war 2015, wenn ich das richtig sehe, dann wäre meine Strickdauer 3 Jahre..oder war es der davor, der von 2014? Egal, es ist jedenfalls schon lange her.

Ich stricke durchaus nicht ungern, und vor einigen Jahrzehnten, so als Teenager habe ich auch viel und ganz gut gestrickt.  Aber die Gelegenheiten, bei denen ich früher gestrickt habe, also Fernsehen, Bahnfahrten und Chorproben, die fallen mittlerweile bei mir fast komplett weg. So machte das Jäckchen nur sehr, sehr langsam Fortschritte...ich hatte dann zwischendurch auch mal vergesssen, welche Größe ich eigentlich angeschlagen hatte, und bei einer Nachbestellung der Wolle mußte ich feststellen, daß die Farbe gar nicht mehr angeboten wurde (zum Glück gab es bei einem Onlinehändler noch Restbestände).

Aber sie ist fertig geworden! Zwischendurch habe ich ja auch daran gezweifelt, aber ich habe einfach immer wieder mal ein paar Reihen gestrickt, und so ging es zwar langsam aber stetig voran
Die Paßform der Jacke ist im Schulterbereich etwas eigenartig, aber irgendwie zieht sich das dann beim Tragen doch wieder ganz gut hin. Knöpfe habe ich noch nicht angenäht, da die Knopflöcher sehr klein geraten sind. Und offen gefällt sie mir sowieso besser.
Ich hatte die Jacke auf Instagram gezeigt, eigentlich mit dem Gedanken, mir einen Preis im  Team #langsamstricker zu sichern (ja, so Hashtags gibt es auf Instagram! auch den Hashtag #strickendauertewig habe ich nicht erfunden, der wurde schon vorher verwendet!)
Und ich war total überrascht von der großen positiven Resonanz, die dieses Jäckchen auf Instagram erzeugt hat. Also mit einer für mich großen Resonanz, denn ich gehöre natürlich nicht zu den Instagram-Stars, die ihre Follower in Tausenden messen und als Influenzer Werbeaufträge ausführen. Aber es gab so viele, viele liebe Kommentare, das ich wirklich überrascht war. Ich glaube ja, das lag nicht daran, daß die Jacke so toll ist, sondern die Sympathie habe ich durch die holprige Entstehungsgeschichte des Jäckchens erzeugt. Ich denke, daß wir alle durch diesen Optimierungs-Wahn in den sozialen Medien mittlerweile etwas gelangweilt sind...das wahre Leben ist nun mal kein perfektes Instagram-Flatlay- da kommen viel mehr Ecken, Kanten und Fehler vor, als sich irgendein Facebook-Account auch nur träumen läßt.

Also, stehen wir zu unseren Fehlern und Schwächen, und in sofern paßt ja das Thema des Novemberwettersewalongs ("hilfe, mir reißt der Faden!") ganz gut, das Frau Küstensocke für das aktuelle Treffen ausgegeben hat.
Ich verlinke diesen Beitrag mit dem Novemberwettersewalong von Frau Küstensocke und mit dem Memademittwoch,und freue mich auf viele andere Beiträge unserer so tollen Näh-Community!